Ärzte Zeitung, 07.05.2012

Kommentar

Der Einzelkämpfer ist passé

Von Rebecca Beerheide

Die Einzelpraxis sowie die Niederlassung auf dem Land verlieren an Attraktivität, der Mediziner-Job im Angestelltenverhältnis soll mit Zeit für die Familie verknüpft werden können. Ähnlich Ergebnisse wie diese in der Umfrage des Hartmannbundes tauchen seit Jahren bei Befragungen von Studenten auf.

Der Arzt als Einzelkämpfer, der Tag und Nacht für seine Patienten erreichbar ist, ist für die junge Generation längst passé.

Jede Generation setzt eigene Schwerpunkte in ihrer Lebensplanung. Nicht nur Frauen, die die Medizinstudiengänge dominieren, auch immer mehr Männer wünschen sich mehr Zeit mit der Familie.

Zusätzlich scheuen viele die Investition und die Verantwortung einer Einzelpraxis -  und entscheiden sich für Teamarbeit und ein Angestelltenverhältnis.

Appelle und Zwänge helfen nicht weiter. Statt dessen müssen kluge Arbeitszeitmodelle und innovative Versorgungsprojekte für die Regionen entwickelt werden. Kommunen, die junge Ärzte anlocken wollen, sollten schnell in Betreuungsplätze für Kinder investieren.

Standesvertreter und Gesundheitspolitiker von heute haben nun die Hausaufgaben zu machen, damit die Mediziner von morgen auch weiterhin in die Patientenversorgung gehen.

Lesen Sie dazu auch:
Mediziner-Nachwuchs will mehr Zeit für die Familie

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »