Ärzte Zeitung, 17.09.2012

Kommentar zu Schwarzheide

Förderung mit begrenzter Wirkung

Von Angela Mißlbeck

Er kommt aus der Region Südbrandenburg und will dort Hausarzt werden. Derzeit macht er seine Facharztweiterbildung an einer Klinik in der Nähe seines Heimatortes. Dort hat sich herumgesprochen, dass er einen Beruf ergreift, der immer seltener wird.

Der Bürgermeister weiß es und will unbedingt, dass der junge Arzt seine Praxis in Schwarzheide aufmacht, und nicht in einem der Nachbarorte, wo er genauso dringend gebraucht würde. Der Bürgermeister bietet ihm also an, dass er ihm neue Praxisräume ausbaut.

Die niedergelassenen Hausärzte freuen sich auch, dass Nachwuchs in Sicht ist. Bei ihnen keimt Hoffnung auf, dass sie einen Nachfolger finden, der ihre Patienten weiter versorgt. Kurz: Der angehende Allgemeinmediziner wird von allen Seiten umworben.

Das Beispiel zeigt, welche Blüten der wachsende Ärztemangel treibt. Junge Hausärzte auf dem Land geraten immer mehr in eine Sonderstellung. Sie sind echte Raritäten. Noch ist nicht erkennbar, dass das Versorgungsstrukturgesetz etwas daran ändert.

Fraglich bleibt, ob sich der Entschluss zum Landarztberuf überhaupt von außen beeinflussen lässt. Die Förderangebote der KVen scheinen jedenfalls auch auf längere Sicht nur begrenzte Wirkung zu entfalten.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Ärztenachwuchs: Der Kampf der Kommunen

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