Ärzte Zeitung, 09.04.2013

Kommentar

Marke "Bereitschaftsdienst"

Von Anno Fricke

Warum ausgerechnet Deutschland vor knapp einem Jahr als erstes Land in Europa die Rufnummer 116 117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst einführen musste, erschließt sich erst auf den zweiten Blick.

Nirgendwo sonst in Europa stehen ambulanter und stationärer Sektor in solch scharfer Konkurrenz zueinander wie hierzulande. Das gilt auch für den medizinischen Versorgungsbedarf außerhalb der Praxisöffnungszeiten.

Für die meisten niedergelassenen Ärzte ist es deshalb gut, dass die Vertreter der KVen vor etwas mehr als zwei Jahren wie europäische Musterschüler die Finger gehoben und von Brüssel den Zuschlag erhalten haben, als erste ein solches System aufzubauen.

Die einheitliche Nummer, wenn sie denn irgendwann einmal flächendeckend eingeführt sein wird, verleiht dem Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte nämlich den Wert einer Marke, der ihm ein schärferes Profil in der Abgrenzung zum unter 112 erreichbaren Rettungsdienst für Notfälle verleiht.

Das kann sich für die Ärzte auszahlen. Wenn schon nachts und am Wochenende arbeiten, dann sollen die einfachen Behandlungsfälle auch in den Praxen und nicht in den Klinikambulanzen landen. Das ist das Kalkül, das dahinter steckt.

Lesen Sie dazu auch:
Ein Jahr 116 117: Langsam klingelt's

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Berufspolitik (18993)
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[09.04.2013, 12:14:46]
Dr. Wolfgang Bensch 
Wert der Marke "KV-Bereitschaftsdienst"
Ist wohl in Heller und Pfennig für jeden in seiner KV-Quartalsabrechnung ablesbar, was die unbürokratische Verrechnung der Kosten hierzu in einer Notfalldienstabgabe betrifft. Auf Seiten der KBV keine Diskussion zu Änderungen am EBM. der für Notfalldienstleistungen keine Honorierung der Bereitschaftsdienstzeit vorsieht, wie sie aber nun in unterschiedlicher Weise in den regionalen KV-en verankert wurde.

Ansonsten darf nochmals darauf hingewiesen werden, dass es sich um eine "zwangsweise" Dienstverpflichtung handelt - wo gibt es das sonst? zum Beitrag »

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