Ärzte Zeitung, 25.10.2013

KVNo kritisiert

Bußgeld bei Krebs-Meldeverstöße "unangemessen"

KÖLN. Die KV Nordrhein (KVNo) hat sich gegen Bußgelder für Ärzte gewandt, die Krebserkrankungen nicht an das Krebsregister melden.

Sie reagiert auf die vom nordrhein-westfälischen Landtag beschlossene Änderung des Krebsregistergesetzes, das bei Verstößen gegen die Meldepflicht Bußgelder bis zu 50.000 Euro vorsieht.

Die Höhe des Bußgelds bezeichnet der KVNo-Vorsitzende Dr. Peter Potthoff als völlig unangemessen.

"Die Patienten haben von der Meldung keinen unmittelbaren Nutzen - und der vermutete Schaden besteht allenfalls in einer minimal verminderten Datenqualität", sagt er. Potthoff betont, dass die onkologische Qualitätssicherung wichtig und richtig ist.

"Bußgeldandrohung kontraproduktiv"

Bei den Ärzten gebe es eine hohe Bereitschaft zur Datenübermittlung, betont Potthoff. "Genau deshalb halte ich eine Bußgeldandrohung - insbesondere in dieser Höhe - für absolut kontraproduktiv."

Es stehe kein elektronisches Meldeverfahren zur Verfügung, das die KVNo ihren Mitgliedern empfehlen könne und das auch für die Ärzte handhabbar sei, die nur sporadisch an das Register melden.

"Vor diesem Hintergrund fordern wir, die Verhängung von Bußgeldern solange auszusetzen, bis verbesserte und weithin akzeptierte Meldewerkzeuge- und Instrumente zur Verfügung stehen." (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[25.10.2013, 14:03:23]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Hilfe statt Strafe - auch für Ärzte?
Vgl. dazu auf "Schätzlers Schafott":
http://www.springermedizin.de/aerztehasser-aller-laender-und-voelker-vereinigt-euch/4742974.html zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Schmerzloses Impfen per Pflaster

Forscher arbeiten an Impfpflastern, mit denen sich Vakzinen schmerzfrei applizieren lassen, ganz ohne Nadel. Die Pflaster haben viele Vorteile und könnten für höhere Impfraten sorgen. mehr »

Ärzte sehr enttäuscht über Brexit-Votum

Das britische Parlament hat das von Premierministerin May ausgehandelte Brexit-Abkommen mit der EU abgeschmettert. Ärzte und Pharmabranche zeigen sich enttäuscht – und fordern endlich Klarheit. mehr »

Hier tummeln sich die meisten Hausärzte

Die Arztdichte in einer Region ist relevant für die Entscheidung, wo Allgemeinmediziner sich niederlassen – gerade für junge Ärzte. Unsere Karte des Monats zeigt, wo die Konkurrenz zwischen Hausärzten am größten ist. mehr »