Ärzte Zeitung online, 23.01.2014

120 Millionen Euro

Mehr Honorar für Zahnärzte

Zahnärzte und Krankenkassen haben sich auf die Vergütung für Zahnersatz für 2013 und 2014 geeinigt. Das zusätzliche Honorar soll im Laufe des Jahres ausgezahlt werden, nicht rückwirkend.

Mehr Honorar für Zahnärzte

Mund auf: Es gibt mehr Geld.

© Klaro

BERLIN. Die Zahnärzte in Deutschland bekommen in diesem Jahr 130 Millionen Euro mehr Honorar für Zahnersatz bei Kassenpatienten. Damit steigt dieses Honorar von den gesetzlichen Kassen auf rund 1,53 Milliarden Euro. Auf entsprechende Berechnungsgrundlagen haben sich die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und der GKV-Spitzenverband geeinigt, wie der Kassenverband gestern in Berlin mitteilte.

Dieser Beschluss gilt bundesweit für alle Zahnärzte, die Zahnersatzleistungen im Rahmen der Versorgung durch die gesetzliche Krankenversicherung erbringen. Für konservierend-chirurgische Leistungen, Individualprophylaxe und Kieferorthopädie wird die Vergütung auf Landesebene ausgehandelt.

Im Detail sieht der Beschluss vor, dass für das Jahr 2013 der Punktwert rückwirkend um 2,03 Prozent erhöht wird und für das Jahr 2014 um 2,81 Prozent, insgesamt von 0,7771 Euro (2012) auf 0,8490 Euro (2014).

Der Anstieg der Punktwerte entspreche damit der für diese Jahre maßgeblichen Veränderungsrate der beitragspflichtigen Einnahmen der Versicherten. Im Klartext: Bei den Zahnärzten ist das Honorar nach der Interpretation der Krankenkassen faktisch weiterhin an die Entwicklung der Grundlohnsumme gekoppelt.

Die Vereinbarung tritt zum 1. April 2014 in Kraft. Die Verhandlungspartner hätten sich darauf verständigt, dass die jahresdurchschnittliche Erhöhung für 2013 und 2014 auf die verkürzte Restlaufzeit der Vereinbarung umgerechnet wird, heißt es weiter in der Mitteilung. Damit werde eine aufwendige Nachberechnung der Honorare für Zahnersatzleistungen im Jahr 2013 und im ersten Quartal 2014 vermieden.

Man habe sich auf "ein gutes Verhandlungsergebnis verständigt, das sowohl die Kostensteigerungen in den Zahnarztpraxen angemessen berücksichtigt, als auch der Einnahmenentwicklung der Krankenkassen Rechnung trägt", kommentierte Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes laut Mitteilung.

Im Jahr 2012 gaben die gesetzlichen Krankenkassen nach eigenen Angaben 3,08 Milliarden Euro für Zahnersatz ihrer Versicherten aus, davon etwa 1,4 Milliarden Euro Honorar für die Zahnärzte und 1,68 Milliarden Euro an Laborkosten.

Für die zahnärztliche Behandlung (konservierend-chirurgische Leistungen, Individualprophylaxe, Kieferorthopädie) gaben die Kassen im selben Zeitraum nach Kassenangaben 8,67 Milliarden Euro aus. (ger)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »