Ärzte Zeitung App, 19.08.2014

Streit um Templiner Krankenfahrten

Ministerin Tack will Lösung mit allen Beteiligten

Wer zahlt Fahrten ins KV Regiomed Zentrum Templin? Das unterscheidet sich von Kasse zu Kasse.

POTSDAM/TEMPLIN. Im Streit um die Kostenübernahme für Krankenfahrten von geriatrischen Patienten zum KV Regiomed Zentrum Templin appelliert Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) an die Zusammenarbeit aller Beteiligten.

"Es geht nur gemeinsam. Auch die Krankenkassen müssen mit uns zusammen nach neuen Lösungen suchen", sagte Tack der "Ärzte Zeitung" bei einem Ortstermin in Templin. Dort war sie auf ihrer "Gesundheitstour" im Vorfeld der Landtagswahl in Brandenburg.

 Sie begrüßte die vorübergehende Lösung durch eine Kooperation der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) mit einem Taxiunternehmen.

Auch CDU-Landeschef Michael Schierack wird dem KV Regiomed Zentrum Templin Anfang September einen Besuch abstatten. Die KVBB hat den Arzt und Politiker zu einer Diskussionsrunde eingeladen.

Gesundheitsministerin Tack traf in Templin dagegen mit der Krankenhausleitung zusammen. Thema vor Ort war vor allem die teleradiologische Kooperation mit dem Unfallkrankenhaus Berlin.

In einer Erklärung betonte die Ministerin aber auch die Bedeutung des KV Regiomed Zentrums und seiner Anbindung: "Gerade für ältere und hochbetagte Menschen ist die Erreichbarkeit der in der Region vorgehaltenen Gesundheitseinrichtungen oft ein Problem."

Als "besonders wichtig" bezeichnete sie in diesem Zusammenhang Modelle wie Agnes Zwei, die als medizinische Pflegekraft auch eine Lotsen- und Kontrollfunktion übernehmen könne.

Tack besuchte neben dem Krankenhaus Templin auch das benachbarte Grundversorgungshaus Prenzlau in der Uckermark. Beide Häuser seien trotz ihrer geringen Größe von rund 120 Betten für die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung in der Region von zentraler Bedeutung.

Die Linke-Politikerin betrachtet sie als Beispiele für die Strategie der rot-roten Brandenburger Landesregierung zum Umbau der Krankenhäuser in besonders bevölkerungsarmen Regionen.

"Auf Basis stationärer Kerne müssen neue Wege gegangen werden. Die Landesregierung unterstützt in strukturschwachen Gebieten neue Ideen für die ambulante Versorgung", so Tack. (ami)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Das erhöht die Organspendebereitschaft

Beauftragte an Kliniken für Transplantationen sollen von allen anderen Aufgaben entbunden werden – das verlangt die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Neue Zahlen aus Bayern geben ihr Argumentationshilfe. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »