Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung App, 16.10.2014

Kommentar

Kinderschutz hat Vorrang

Von Raimund Schmid

Kinder- und Jugendärzte sind besorgt: Von den notwendigen Impfquoten in Höhe von 95 Prozent, die zum Erreichen der Herdenimmunität erforderlich sind, ist Deutschland bei vielen Immunisierungen weit entfernt. Dies liegt nicht nur an der generellen Impfmüdigkeit der Bevölkerung.

Besonders schlecht sind die Impfraten in den so genannten bildungsfernen Familien. Auch bei neu hinzukommenden Migranten- oder Flüchtlingskindern müssen häufig die Impfpakete erst einmal geschnürt werden.

Da heute fast alle Kinder mit spätestens drei Jahren oder schon früher in Kindertageseinrichtungen gehen, können sich Infektionen und damit zum Teil auch schwerwiegende Erkrankungen leicht ausbreiten.

Die klare Botschaft des BVKJ an die Politiker ist daher folgerichtig. Mit einem Nationalen Impfkonzept sollte der Staat sicherstellen, dass alle Kinder rechtzeitig zumindest die notwendigen Basisimpfungen erhalten.

Sollte dies nicht gelingen, muss auch hierzulande der amerikanische Weg "No vaccination, no school" bei den Kindern, bei denen keine medizinischen Kontraindikationen vorliegen, eingeschlagen werden. Dies widerspricht zwar den Freiheitsrechten eines jeden Bürgers in diesem Land. In diesem Fall ist der stark gefährdete Kinderschutz aber das höhere Gut.

Lesen Sie dazu auch:
Pädiater: "Masernparties sind Kindesmisshandlung"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »