Ärzte Zeitung, 17.12.2015

Kammer Nordrhein

Zählt die Kompetenz oder Fraktion?

Vorstandswechsel gibt Anlass für eine Kontroverse über die Arbeit in der Kammerversammlung.

DÜSSELDORF. Wechsel im Vorstand der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNo): Barbara vom Stein ist von der Kammerversammlung mit überwältigender Mehrheit in das Gremium gewählt worden.

Die hausärztlich tätige Internistin aus Burscheid vom Ärztebündnis Nordrhein ersetzt Uwe Brock, der sein Mandat nach fast sechs Jahren im Vorstand niedergelegt hat.

In der Kammerversammlung führte Brock mehrere Gründe für seine Entscheidung an. So kritisierte er vor allem die Aufspaltung in Minder- und Mehrheitsfraktionen im Vorstand.

Der Marburger Bund und die Fraktion VoxMed, zu der auch die Vertreter des Hausärzteverbands gehören, stellen den Präsidenten und den Vizepräsidenten.

Brock gehört zur Minderheitsfraktion Ärztebündnis Nordrhein. Die Besetzung der Ausschüsse erfolge nach Fraktion statt nach Kompetenz, behauptete er.

Brock: Zu lange Gremiensitzungen

"Ich will eine Kammer für alle ohne Partikularinteressen." Für die Verwirklichung dieses Anspruchs sieht der Hausarzt-Internist aus Mülheim offenbar wenig Hoffnung.

Zudem glaubt er nicht mehr an die von ihm erhoffte Modernisierung der Kammer. "Es wird nicht mehr gestaltet, sondern verwaltet."

Zudem seien die oft viel zu langen Gremiensitzungen für ein reines Ehrenamt sehr belastend. "Man kann das effektiver gestalten", findet er.

Kammer-Präsident Rudolf Henke dankte Brock für seine Mitarbeit im Vorstand. Die Kritik an der Besetzung des Vorstands und der Ausschüsse wies er aber zurück.

"Man darf nicht sagen, dass zu irgendeinem Zeitpunkt die demokratischen Regeln des Zusammenlebens außer Kraft gesetzt worden wären", sagte Henke.

Auch andere Vorstandsmitglieder wollten die Vorwürfe nicht gelten lassen. "Wir haben keine Mauern im Vorstand, wir haben Fraktionen und Leute, die sich zu Koalitionen zusammenfinden", betonte Dr. Friedrich-Wilhelm Hülskamp vom Marburger Bund.

Gegen den Vorwurf der undemokratischen Gremienbesetzung verwahrte er sich "aufs Allerschärfste". (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen weht scharfer Gegenwind. mehr »

Mikroben – Heimliche Heiler

Jede zweite Zelle in und auf uns gehört einer Mikrobe. Durch die erfolgreiche Behandlung mit fäkalen Mikrobiota, etwa bei Autismus, hat die Mikrobiomforschung an Fahrt gewonnen. mehr »

Junge Besucher waren "Verjüngerungskur für DGIM"

Die "Ärzte Zeitung" hat den letzten DGIM-Kongresstag mit der Kamera begleitet. Tagungspräsident Sieber hat uns dabei Rede und Antwort gestanden - und erzählt, was ihn in den Tagen begeistert hat. mehr »