Ärzte Zeitung, 03.03.2016

Ärztekammer Nordrhein

Arzt sollte Patient immer nach Alkoholkonsum fragen

DÜSSELDORF. Ärzte sollten bei jedem Erstgespräch nach dem Alkoholkonsum des Patienten fragen, so wie es beim Tabakkonsum schon der Fall ist. Das empfiehlt der Präsident der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNo) Rudolf Henke. "Die ärztliche Praxis kann eine wichtige Aufgabe bei der frühzeitigen Erkennung und Behandlung alkoholbedingter Erkrankungen erfüllen", sagte Henke vor Journalisten in Düsseldorf.

Erkrankungen durch einen zu hohen oder einen regelmäßigen Alkoholkonsum seien eines der gravierendsten Gesundheitsprobleme in Deutschland. "Unser Ziel muss es sein, in der Bevölkerung insgesamt ein Problembewusstsein für die Risiken auch eines geringen Alkoholkonsums zu schaffen und einen risikoarmen Umgang mit Alkohol zu fördern." Auch müssten mehr Menschen mit alkoholbezogenen Störungen ärztlich betreut werden.

Die ÄKNo bietet Fortbildungsveranstaltungen an, bei denen die Ärzte mit Schauspielpatienten Gespräche über das Thema trainieren können. Zudem hat die Kammer Informationsflyer für das Wartezimmer erstellt.

Der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen Dr. Raphael Gaßmann begrüßte die Aktivitäten der ÄKNo. "Wir wissen aus Studien, dass ein ganz kleiner Impuls vom Arzt schon Erfolg haben kann." Ärzte hätten eine viel bessere Position, um einen problematischen Alkoholkonsum zu thematisieren als Partner oder Familie, sagte er. (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Wenn Frauen beim Sex Urin verlieren

Unwillkürlicher Urinabgang beim Geschlechtsverkehr tritt bei Frauen öfter auf, als viele glauben. Gesprochen wird darüber nur selten. Dabei könnte den Betroffenen geholfen werden. mehr »

Aufgeschlossen, aber schlecht informiert

Jugendliche und junge Erwachsene halten sich beim Thema Organspende für eher schlecht informiert. Trotzdem sind sie dafür wesentlich aufgeschlossener als Ältere. mehr »

Hirnschaden durch zu viel Selen

Fast blind und dement kommt eine Frau zum Arzt. Dieser findet das Problem: Sie hat lange viele Selenpillen geschluckt. Die Nahrungsergänzung schädigte ihr Hirn dauerhaft. mehr »