Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung, 07.03.2016

Arbeitslosigkeit

Psychosoziales Coaching zeigt Erfolg

LEIPZIG. Eine strukturierte psychosoziale Betreuung kann älteren Langzeitarbeitslosen den Weg zurück in den Beruf erleichtern. Zu diesem Schluss kommen die Verantwortlichen eines Leipziger Modellprojekts, das nun aktuell ausgewertet wurde. So konnte etwa ein Drittel von 1000 Projekteilnehmern innerhalb von vier Jahren wieder einen festen Job erhalten.

Die Mehrheit der älteren Langzeitarbeitslosen leide an bisher unzureichend behandelten psychischen Erkrankungen, hieß es. So habe das gemeinsame Projekt des Jobcenters Leipzig und der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig gezeigt, dass von den 1000 Teilnehmern 66 Prozent mindestens eine psychiatrische Erkrankung aufwiesen. Von diesen Betroffenen wurden allerdings lediglich sechs Prozent optimal behandelt.

"Viele glauben, dass die lange Arbeitslosigkeit krank macht", sagte Professor Ulrich Hegerl von der Universität. Dabei sei es häufig umgekehrt: "Depressionen und andere psychische Erkrankungen führen zu Arbeitslosigkeit und erschweren den Wiedereinstieg."

Das "Psychosoziale Coaching" helfe, die Erkrankungen zu erkennen, sie konsequent zu behandeln und somit dieses sogenannte Vermittlungshemmnis für einen Job zu beseitigen, erklärte Hegerl.

An dem Projekt haben seit 2011 Leipziger Männer und Frauen über 50 Jahren teilgenommen. 30,8 Prozent haben im Anschluss daran wieder eine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufgenommen. (lup)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Parodontitis als Risikofaktor für Krebs?

Ist eine Zahnbettentzündung ein Risikofaktor für bestimmte Krebsarten? Innerhalb einer großen Gruppe Frauen in der Menopause haben Forscher deutliche Zusammenhänge gefunden. mehr »

Zwischen Trauer und Krankenversorgung

19:10Spanien steht unter Terror-Schock: Nach den Attacken in Barcelona und im Badeort Cambrils wurden die Verletzten in 15 Krankenhäusern in Barcelona und Tarragona behandelt. Die „Ärzte Zeitung“ berichtet fortlaufend über die Situation vor Ort. mehr »

3-D-Druck ersetzt Gips-Zahnabdrücke

Die 3-D-Technologie hat längst Einzug in die Medizin gehalten. In München gibt es eine volldigitale Kieferorthopädie-Praxis. Vom Scan bis zum 3-D-Druck des Zahnmodells läuft alles digital. mehr »