Ärzte Zeitung, 31.03.2016

Hamburg

Zahl der Ärztinnen verdreifacht

In der ambulanten Versorgung sind in der Hansestadt heute dreimal so viele Frauen tätig wie noch vor 20 Jahren. Das geht aus dem Versorgungsbericht der KV Hamburg hervor.

Von Dirk Schnack

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n der Allgemeinmedizin gibt es in Hamburg heute deutlich mehr Frauen als noch vor 20 Jahren. Das Verhältnis ist aktuell ausgewogen.

© RioPatuca Images / Fotolia.com

HAMBURG. Jeder zweite niedergelassene Arzt in Hamburg ist ein Facharzt (49 Prozent), jeder vierte jeweils Hausarzt (26,6 Prozent) oder Psychotherapeut (24,4 Prozent). Diese Zahlen nennt der aktuelle Versorgungsbericht der KV Hamburg.

Größte Gruppe ist demnach die der Allgemeinmediziner (1298) vor den Psychotherapeuten (1199) und den Gynäkologen (338). Dies ist zugleich eine von nur vier Fachgruppen, in denen mehr Frauen als Männer tätig sind. Dies trifft auch auf Humangenetiker, Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeuten zu.

In 20 Fachgruppen sind die Männer noch in der Überzahl. In einigen Fachgruppen wie etwa bei den Allgemeinmedizinern (659 Männer, 639 Frauen) ist das Verhältnis aber ausgewogen.

Mit 2409 Frauen (2510 Männer) in der ambulanten Versorgung ist ihr Anteil heute dreimal so hoch wie vor 20 Jahren. Zugleich steigt das Durchschnittsalter, inzwischen liegt dies bei 53,4 Jahren. Allerdings verweist die KV in diesem Zusammenhang auch auf die längeren Weiterbildungszeiten im Vergleich zu früher.

Weniger volle Stellen ausgefüllt

Der Versorgungsbericht macht außerdem deutlich, dass immer weniger Ärzte eine volle Zulassung ausfüllen und dass die Zahl der angestellten Ärzte in der ambulanten Versorgung steigt. 1237 Ärzte, darunter 689 Frauen, arbeiten in der Hansestadt angestellt in der ambulanten Versorgung. 3694 haben eine eigene Zulassung, darunter 1730 Frauen, weitere 112 sind ermächtigt.

Die Einzelpraxis ist mit 2025 Praxen noch immer die beliebteste Form der Niederlassung, Berufsausübungsgemeinschaften gibt es 476. Stetig zugenommen hat die Zahl der Medizinischen Versorgungszentren (83).

Ärzte werden internationaler

Neben den Patienten - 13 Prozent der rund 1,8 Millionen Hamburger haben eine ausländische Staatsbürgerschaft - werden auch die Ärzte internationaler. 530 Ärzte und Psychotherapeuten in der ambulanten Versorgung sind im Ausland geboren.

Sie stammen aus 77 Ländern von allen Kontinenten. Die meisten ausländischen Ärzte in Hamburg kommen aus Polen (73), dem Iran (56) und der Türkei (47).

Das schlägt sich auch in den Sprachen nieder, die in den Praxen gesprochen werden. In fast allen Praxen kommen Patienten mit Fremdsprachen weiter; in 96 Prozent der Praxen wird neben deutsch auch englisch gesprochen, in jeder vierten außerdem französisch.

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