Ärzte Zeitung, 10.01.2017

Saarland

Förderung der Niederlassung: Reicht das?

Das Land will Praxisübernahmen fördern. Den Grünen im Landtag geht das nicht weit genug.

SAARBRÜCKEN. Die saarländische Landesregierung will die Niederlassung von Hausärzten auf dem Land fördern. Die Grünen fordern darüber hinaus, den Kommunen bei Niederlassungen ein Mitspracherecht einzuräumen und stärker auf Medizinische Versorgungzentren (MVZ) zu setzen.

Die Ärzteschaft begrüßte die Ankündigung von Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU), jährlich bis zu 20 Praxisübernahmen oder Neugründungen auf dem Land mit jeweils 10.000 Euro zu unterstützen.

Der Hausärzteverband gab zu bedenken, dass Übernahmen oft nicht so sehr an den finanziellen Rahmenbedingungen als an der hohen Arbeitsbelastung scheiterten.

Lob für Ansiedlungspraxis

Die Grünen lobten die Ansiedlungsprämie, halten sie allerdings nicht für ausreichend. Nachhaltige Anreize versprächen sie sich eher durch "eine neue, effektive Versorgungsplanung", erklärte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Klaus Kessler.

So kämen mehr MVZ auf dem Land dem Wunsch von Nachwuchsmedizinern nach einer Anstellung entgegen, um nicht gleich das wirtschaftliche Risiko der Selbstständigkeit einzugehen.

Außerdem empfahlen die Grünen, bei den KV-Entscheidungen über Zahl und Verteilung der Arztpraxen die Städte und Gemeinden einzubeziehen, da sie die Bedarfe vor Ort am besten einschätzen könnten.

FDP gegen Förderung

Nur die FDP positionierte sich grundsätzlich gegen die finanzielle Förderung neuer Landärzte. Der Landesvorsitzende Oliver Luksic sprach von "kurzfristigen, planwirtschaftlichen Subventionen". Statt einem einmaligen Zuschuss sei weniger Arbeitsbelastung und Bürokratie nötig.

Außerdem müsse man dem Problem mit einem Maßnahmenbündel schon von Beginn des Studiums an begegnen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind derzeit im Saarland fast 670 Hausärzte niedergelassen.

In den nächsten fünf Jahren erreichten 224 das 65. Lebensjahr. In einigen ländlichen Gebieten besteht bereits Unterversorgung. (kud)

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