Ärzte Zeitung, 03.02.2017

KBV-Kandidat Hofmeister

"Ich stehe für offene Kommunikation!"

Die Kandidatenliste für die KBV-Vorstandswahlen füllt sich. Der Hamburger Dr. Stephan Hofmeister tritt an.

Von Anno Fricke

"Ich stehe für offene Kommunikation!"

Am 3. März tritt die Vertreterversammlung der KBV zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen.

© Stephanie Pilick

BERLIN. Dr. Stephan Hofmeister bewirbt sich um das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. "Ja, ich trete an", sagte Hofmeister am Donnerstag der "Ärzte Zeitung". Am 3. März tritt die Vertreterversammlung der KBV zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. In deren Verlauf sollen drei Vorstandsmitglieder und der Vorstandsvorsitzende gewählt werden. Für das Spitzenamt bewirbt sich erneut Amtsinhaber Dr. Andreas Gassen.

Hofmeister, Jahrgang 1965, ist Facharzt für Allgemeinmedizin und war von 1999 bis 2013 in eigener Praxis als Hausarzt niedergelassen.

"Ich stehe für offene Kommunikation!"

Seit Januar 2014 ist Hofmeister stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg. Die Nominierung Hofmeisters aus der KBV-Vertreterversammlung heraus gilt als sicher. Der Hausärzteverband hat keinen eigenen Kandidaten nominiert. Verbands-Chef Ulrich Weigeldt sagte am Donnerstag: "Kann sein, dass ein Kollege aus Hamburg Chancen hat."

Der Hamburger Hofmeister zeigt sich fest davon überzeugt, dass das Team Gassen/Hofmeister und ein noch zu bestimmender dritter Vorstand eine bessere Atmosphäre schaffen werde als die, die während der Amtszeit von Regina Feldmann geherrscht habe.

Er habe im Vorfeld seiner Kandidatur viel mit Gassen gesprochen. Man sei sich in den gesundheitspolitischen Zielen einig, sagte er der "Ärzte Zeitung". Er stehe für offene Kommunikation zwischen den Versorgungsbereichen. Das gelte für den Hausärzteverband ebenso wie für die Vertreter der Hausärzte in den Kassenärztlichen Vereinigungen. Er sei ein starker Verfechter eines ganzheitlichen Ansatzes. "Es gibt keinen hausärztlichen oder fachärztlichen Patienten", sagte Hofmeister. Er verstehe das Amt nicht als Konkurrenz zum fachärztlichen Versorgungsbereich.

Er könne sich vorstellen, mit Hofmeister im Team zu arbeiten, sagte Dr. Andreas Gassen am Donnerstag der "Ärzte Zeitung".

"Ich stehe für offene Kommunikation!"

Gassen hat den Hut schon im vergangenen Oktober in den Ring geworfen. Um im ersten Wahlgang gewählt zu werden, würde Gassen 40 der 60 Delegiertenstimmen in der Vertreterversammlung benötigen. Bei seiner ersten Wahl zum Vorstandsvorsitzenden im Februar 2014 konnte Gassen 41 Stimmen auf sich versammeln.

Das Verfahren hat sich seither geändert. Grund ist die der KBV gesetzlich verordnete Parität zwischen den Versorgungsbereichen. Möglicherweise muss Gassen in der Vertreterversammlung am 3. März um den Spitzenposten kämpfen. Zwei Gegenkandidaten sollen sich warmlaufen, heißt es in Ärztekreisen.

Dritter Vorstand macht Probleme

Im Selbstverwaltungsstärkungsgesetz hat die Koalition erst vergangene Woche noch einmal klar gestellt, dass die Parität zwischen fach- und hausärztlichen Stimmen auch für Wahlen gelte. Im Gesetz steht auch die Vorgabe, dass sich die KBV einen dritten Vorstand suchen muss. Da die Frist dafür sehr kurz erscheint, wird derzeit wohl über eine Verschiebung dieser Wahl diskutiert.

Derzeit würden Kandidaten die Katze im Sack kaufen, heißt es. Eine Arbeitsplatzbeschreibung liege ebensowenig vor wie Details der Vergütung. Grund: Die dafür zuständigen Gremien der KBV sind derzeit nicht gewählt.

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