Ärzte Zeitung online, 09.09.2017

Sachsen-Anhalt

Psychotherapie: Terminservice klappt ganz gut

Die KV zieht eine Bilanz der Terminvermittlung. Ein Ärgernis: Patienten erscheinen zu vereinbarten Terminen häufig nicht.

MAGDEBURG. Termine für Psychotherapeuten und Nervenärzte werden in der Terminservicestelle der KV Sachsen-Anhalt (KVSA) am häufigsten nachgefragt.

"Obwohl der Bedarf sehr hoch ist und die Bürger ohne Vorfilter einer Überweisung anrufen können, sind wir allen Nachfragen seit Anfang April – dem Beginn der Vermittlung für Psychotherapie-Termine – gerecht geworden", so Dr. Burkhard John, KV-Vorstand. Die Zusammenarbeit mit den Psychotherapeuten sei sehr gut.

Dennoch bahnten sich Probleme an. John: "Wir vermitteln derzeit überwiegend Erstgespräche, die Vermittlung von Akutterminen nimmt langsam zu. Auf notwendige Anschlussbehandlungen jedoch müssen Patienten aufgrund von Kapazitätsengpässen oft warten." Um der steigenden Nachfrage gerecht werden zu können, ist die Servicestelle auch weiterhin auf Terminmeldungen von Therapeuten dringend angewiesen.

Umso ärgerlicher ist, dass von knapp 300 vermittelten Psychotherapie-Terminen über 50 nicht wahrgenommen worden sind, so dass Therapeuten Leerlauf hatten. "Diese Situation muss Anlass zum Nachdenken geben. Wir brauchen eine politische Kurskorrektur", fordert der KV-Vorstand.

Auch Kardiologen, Rheumatologen, Nervenärzte, Radiologen, Augenärzte und Orthopäden beklagen, dass Patienten nicht zu den über die Servicestelle vermittelten Terminen erscheinen. Insgesamt sind in der Terminservicestelle der KV seit Anfang des Jahres 3750 Anrufe eingegangen, 1236 waren unberechtigt. Allen übrigen Patienten (67 Prozent) wurde ein Termin vermittelt. (zie)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Marathon geht Amateuren richtig ans Herz

Wer sich als Amateur an einen Marathon wagt, ist trotz regelmäßigen Trainings kardial gefährdet. Studienautoren geben einen Tipp, um das Herz nicht so stark zu belasten. mehr »

VR-Therapie dämpft Paranoia

Einfach mal ins Café gehen oder mit dem Bus fahren – für Patienten mit schwerer Paranoia ist das schwer vorstellbar. In einer virtuellen Umgebung können sie jedoch lernen, mit ihren Ängsten umzugehen. mehr »

Wie Physician Assistants im Job ankommen

Bewährt sich ein auf dem Papier geschaffener Gesundheitsberuf in der Praxis? Nach dem Studium schwärmen die „Arztassistenten“ in die Kliniken aus. Absolventin, Ausbilder und Chefarzt ziehen Bilanz. mehr »