Ärzte Zeitung online, 22.11.2017

Gemeinsame Grundsätze

Ärzte und Kirche bei Palliativversorgung vereint

Von Kommentar von Hauke Gerlof

Das kommt auch nicht alle Tage vor: Ärzte vom Weltärztebund und der Bundesärztekammer im Schulterschluss mit der Katholischen Kirche. Es geht um die Rolle der Palliativversorgung Sterbenskranker.

Die Entwicklung in anderen Ländern wie den Niederlanden hin zu mehr Akzeptanz von ärztlicher Sterbehilfe oder gar Euthanasie hat die Ärzte argumentativ in die Defensive gebracht. Sie sehen assistierten Suizid nicht als ärztliche Aufgabe an.

Insofern stärkt der grundsätzliche Ansatz der Kirche, Euthanasie abzulehnen, ohne einen offensichtlichen Sterbevorgang durch lebensverlängernde Maßnahmen unnötig verlängern zu wollen, die Position der Ärzteschaft.

Etwas anderes ist es mit dem hehren Wunsch, dass in Zukunft auch den 80 Prozent der Weltbevölkerung Palliativversorgung zustehen sollte, die bisher noch keinen Zugang dazu haben.

Fakt ist: In vielen Ländern gibt es sicher drängendere Probleme, die gelöst werden müssen, so zynisch das klingt. Ökonomisch betrachtet ist Palliativmedizin letztlich ein superiores Gut, das erst wohlhabendere Gesellschaften auf der Agenda haben. Das zeigt nicht zuletzt die Entwicklung der Palliativversorgung mit Hindernissen in Deutschland exemplarisch.

Lesen Sie dazu auch:
Weltärztebund: Palliativmedizin für alle Menschen!

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »