Ärzte Zeitung online, 09.04.2019

E-Patientenakte

Spahn wünscht Kreativ-"Feuerwerk"

Bei der Eröffnung der Health-IT-Fachmesse DMEA hat Bundesgesundheitsminister Spahn die Kassen aufgefordert, für Zusatzfunktionen bei ihrer E-Patientenakte zu sorgen.

Spahn wünscht "Feuerwerk"

Die Health-IT-Fachmesse DMEA 2019 findet bis 11. April in Berlin statt.

© DMEA

BERLIN. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bei der Digitalmesse DMEA alle Akteure des deutschen Gesundheitswesens dazu aufgerufen, die Möglichkeiten der elektronischen Patientenakten (ePA) der Krankenkassen zu nutzen.

„Ich möchte ein Feuerwerk an Ideen und Kreativität sehen rund um die Frage, was bei der ePA an Zusatzfunktionen möglich ist“, sagte er.

Die Kassen seien aufgefordert, über die Kernfunktion der ePA hinaus zusätzliche digitale Angebote wie Präventionsangebote oder Chronikerprogramme zu entwickeln, die in die ePA eingebettet sind, so Spahn.

Digitalisierungsgesetz angekündigt

Neben angestoßenen und umgesetzten Gesetzesänderungen für ePA und E-Rezept kündigte er weitere Maßnahmen an, die in einem Digitalisierungsgesetz in den nächsten Wochen vorgestellt werden sollen.

Adressiert werden soll die Nutzung von Versorgungsdaten für Forschung und Qualitätsmanagement sowie, unter welchen Voraussetzungen digitale Anwendungen in die reguläre Erstattung kommen.

Die Übernahme der gematik durch sein Ministerium verteidigte er. Da der Selbstverwaltung die Digitalisierung in 15 Jahren nicht geglückt sei, dürfe jetzt mal der Minister ran, so Spahn.

Das TSVG verschafft ihm ab 1. Mai eine 51-Prozent-Mehrheit in der bisher von GKV und KBV kontrollierten gematik.

"Wenn die Digitalisierung schief geht, sind wir schuld"

Jens Naumann, Vorsitzender des Bundesverbands Gesundheits-IT, fragte, ob ein „VEB gematik“ wirklich ein Garant für Effizienz und Dynamik sein könne. Spahn will das beweisen. Auch bei im Ministerium hielten dies viele für ein Risiko.

„Wenn die Digitalisierung schief geht, sind eh wir schuld. Und wenn wir eh schuld sind, dann will ich wenigstens berechtigt schuld sein“, so der Minister. (gvg)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Noch zu viel gegeneinander

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