E-Patientenakte

Spahn wünscht Kreativ-"Feuerwerk"

Bei der Eröffnung der Health-IT-Fachmesse DMEA hat Bundesgesundheitsminister Spahn die Kassen aufgefordert, für Zusatzfunktionen bei ihrer E-Patientenakte zu sorgen.

Veröffentlicht:
Die Health-IT-Fachmesse DMEA 2019 findet bis 11. April in Berlin statt.

Die Health-IT-Fachmesse DMEA 2019 findet bis 11. April in Berlin statt.

© DMEA

BERLIN. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bei der Digitalmesse DMEA alle Akteure des deutschen Gesundheitswesens dazu aufgerufen, die Möglichkeiten der elektronischen Patientenakten (ePA) der Krankenkassen zu nutzen.

„Ich möchte ein Feuerwerk an Ideen und Kreativität sehen rund um die Frage, was bei der ePA an Zusatzfunktionen möglich ist“, sagte er.

Die Kassen seien aufgefordert, über die Kernfunktion der ePA hinaus zusätzliche digitale Angebote wie Präventionsangebote oder Chronikerprogramme zu entwickeln, die in die ePA eingebettet sind, so Spahn.

Digitalisierungsgesetz angekündigt

Neben angestoßenen und umgesetzten Gesetzesänderungen für ePA und E-Rezept kündigte er weitere Maßnahmen an, die in einem Digitalisierungsgesetz in den nächsten Wochen vorgestellt werden sollen.

Adressiert werden soll die Nutzung von Versorgungsdaten für Forschung und Qualitätsmanagement sowie, unter welchen Voraussetzungen digitale Anwendungen in die reguläre Erstattung kommen.

Die Übernahme der gematik durch sein Ministerium verteidigte er. Da der Selbstverwaltung die Digitalisierung in 15 Jahren nicht geglückt sei, dürfe jetzt mal der Minister ran, so Spahn.

Das TSVG verschafft ihm ab 1. Mai eine 51-Prozent-Mehrheit in der bisher von GKV und KBV kontrollierten gematik.

"Wenn die Digitalisierung schief geht, sind wir schuld"

Jens Naumann, Vorsitzender des Bundesverbands Gesundheits-IT, fragte, ob ein „VEB gematik“ wirklich ein Garant für Effizienz und Dynamik sein könne. Spahn will das beweisen. Auch bei im Ministerium hielten dies viele für ein Risiko.

„Wenn die Digitalisierung schief geht, sind eh wir schuld. Und wenn wir eh schuld sind, dann will ich wenigstens berechtigt schuld sein“, so der Minister. (gvg)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Noch zu viel gegeneinander

Mehr zum Thema

Kommentar zur E-Patientenakte

Opt-out bei ePA: Die Lehre aus Newslettern

Gesundheitsfachleute zum neuen Gesundheitsminister

„Wir als Ärzteschaft wissen, was wir an Lauterbach haben“

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Sabine Dittmar und Edgar Franke werden neue Parlamentarische Staatssekretäre im Bundesgesundheitsministerium.

© Maximilian König | Benno Kraehahn

Gesundheitsministerium

Dittmar und Franke werden neue Gesundheits-Staatssekretäre

Druck entweicht: Wirtschaftlichkeitsprüfungen sind ein Schreckgespenst für Arztpraxen. Doch das Risiko für Arzneimittel-Regeresse scheint mittlerweile gering.

© HappyRichStudio / stock.adobe.com

Der Druck ist raus

Arzneimittel-Regresse treffen weniger, als man denkt

Schmerzen im Thoraxbereich: Bei einem jungen Mann wurden einige Monate nach einer Akupunkturbehandlung außer einer Perikarditis nadelartige Konstrukte im Herzen gefunden.

© staras / stock.adobe.com

Akute Perikarditis

Akupunktur brachte jungen Mann auf die Intensivstation