Ärzte Zeitung, 19.06.2008

KOMMENTAR

Versorgungselend made in USA

Von Christoph Fuhr

Was für eine niederschmetternde Bilanz für US-Präsident George W. Bush: Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit haben zwei von fünf erwachsenen US-Bürgern entweder überhaupt keine Krankenversicherung oder ist chronisch unterversichert. Betroffen sind längst nicht nur arme Menschen.

Häufig fallen auch Mittelschichtfamilien durch das löchrige Netz der sozialen Absicherung, wie eine Studie des Commonwealth Fund zeigt. Hinter nüchternen Zahlen verbergen sich Millionen Einzelschicksale: Menschen, die dringend nötige Behandlungen immer wieder hinauszögern, die leiden, die gar nicht oder erst dann zum Arzt gehen, wenn es zu spät und ihre Krankheit zu weit fortgeschritten ist.

Ob Präsidentschaftskandidat Barack Obama oder sein Konkurrent John McCain genügend Power mitbringen, um das Problem zu lösen? Wohl kaum. Ein echter Wille zur Reform ist derzeit in den USA nicht im Ansatz zu erkennen - das war auch eine der Kernbotschaften bei einer Veranstaltung des Hauptstadtkongresses vor einigen Tagen in Berlin.

Man wird kontrovers darüber diskutieren können, ob die Entwicklung in den USA für die gesundheitspolitische Debatte in Deutschland in irgendeiner Weise relevant sei. Eines aber ist klar: Die Powerpoint-Missionare der Health-Care-Industrie, die uns bei jeder passenden Gelegenheit erzählen wollen, das Versorgungsheil käme aus den USA: Sie können uns mit ihren Pseudo-Weisheiten gestohlen bleiben.

Lesen Sie dazu auch:
Immer mehr Unterversicherte in den USA

[19.06.2008, 22:45:45]
Dieter Döring 
Versorgungselend made in USA
Ein Armutszeugnis, dass es im reichten Land der Erde keine Grundversorgung gibt.
Aber laufen wir da in einer versteckten Form nicht auch hin? zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »