Ärzte Zeitung, 21.06.2010

Verbot von Klonfleisch ist in der EU umstritten

BRÜSSEL (spe). Nationale Regierungen, EU-Kommission und Europaparlament (EP) haben sich nicht auf eine gemeinsame Position zur Verordnung über neuartige Lebensmittel einigen können. Streitpunkt war vor allem das vom EP geforderte Verbot, Fleisch geklonter Tiere in der EU zuzulassen.

Für solche Produkte gibt es bislang keine EU-weite Regelung. Ein Vermittlungsverfahren ist wahrscheinlich. Das EP will Lebensmittelgewinnung und Vermarktung von Fleisch geklonter Tiere oder von deren Nachkommen verbieten. Die EU-Regierungen wollen dagegen die Markzulassung für Klonfleisch über die Novel Food Verordnung regeln.

Zugleich fordern sie die Kommission auf, ein Jahr nach Inkrafttreten der überarbeiteten Verordnung einen Bericht über Lebensmittel mit Bestandteilen geklonter Tiere vorzulegen und gegebenenfalls einen eigenen Gesetzesvorschlag zu unterbreiten.

"Fleisch von geklonten Tieren ist nicht in jedem Fall gesundheitsschädlich, aber Risiken können auch nicht ausgeschlossen werden. Vor allem aber ist das Klonen von Tieren Tierquälerei, da beispielsweise das Klonschaf Dolly und andere mit dieser Technik hergestellten Tiere unter vermehrten Krankheiten leiden", sagt der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »