Ärzte Zeitung, 28.09.2010

EU-Parlamentarier wollen strenge Regeln für Arzneimittel-Werbung

EU-Ausschuss legt strenge Regeln für Arznei-Infos vor

Die EU-Parlamentarier wollen, dass Aufsichtsbehörden die künftigen Arznei-Infos erst freigeben müssen.

© dpa

BRÜSSEL (spe). Der Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments (EP) hat eine entscheidende Weiche im Gesetzgebungsprozess zur Lockerung des Informationsverbots über verschreibungspflichtige Arzneimittel gestellt.

Die Arzneimittelhersteller sollen demnach künftig nur Informationen veröffentlichen dürfen, die zuvor von den Aufsichtsbehörden genehmigt wurden.

Damit will der Ausschuss die Unabhängigkeit und Objektivität der Informationen sicherstellen. Diese Linie wird in Deutschland von einem Bündnis aus Ärzteorganisationen, Patientenverbänden und Krankenkassen unterstützt.

"Die Ideen des früheren EU-Kommissars Günther Verheugen hätten dazu geführt, dass einseitige und bezahlte Informationen, also im Zweifel Werbung, verbreitet worden wäre", sagte der CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese.

Die Gesundheitsexperten des EP sprachen sich außerdem dagegen aus, Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel in TV, Hörfunk und Printmedien zuzulassen.

Ein weiteres Kernstück der neuen Richtlinie soll die Einführung von nationalen Gesundheitsportalen im Internet sein. Hier sollen sich die Patienten über verschreibungspflichtige Produkte, Krankheiten und nicht-medikamentöse Behandlungsoptionen informieren können.

Die Beipackzettel sollen um eine so genannte Arzneimittelfaktenbox erweitert werden. Diese soll die wichtigsten Informationen über Nutzen und Risiken eines Medikamentes verständlich zusammenfassen. Das Plenum des EP wird im November über die Neuregelungen entscheiden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Wo und wann sich Patienten im Krankenhaus wohlfühlen

Die Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wo Patienten ihren Klinikaufenthalt am besten bewerten. Dabei fanden die Analysten interessante Zusammenhänge heraus. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »