Ärzte Zeitung online, 05.10.2018

EU-Kommission plant

Künstliche Transfette in Nahrungsmitteln begrenzen

Künstliche Transfette stehen in Verdacht, Herz-Kreislauferkrankungen zu fördern. Darum will die EU-Kommission nun den Anteil in Lebensmitteln eindämmen.

Künstliche Transfette in Nahrungsmitteln begrenzen

Künstliche Transfette entstehen bei der chemischen Härtung von Pflanzenölen, wie etwa Sonneblumenöl.

© Corinna Gissemann / stock.adobe.com

BRÜSSEL. Die EU-Kommission will die Menge künstlicher Transfette in Lebensmitteln strikt begrenzen. Sie sollen künftig nicht mehr als zwei Prozent der enthaltenen Fette ausmachen. Dies geht aus einem Entwurf hervor, den die Brüsseler Behörde am Donnerstag veröffentlicht hat.

Die EU-Kommission verfolgt mit diesem Schritt das Ziel, die Zahl von Herz-Kreislauferkrankungen einzudämmen. Denn bei Transfetten handelt es sich um ungesättigte Fettsäuren, die den Gehalt des LDL-Cholesterins im Blut erhöhen und somit das Risiko von Herzkrankheiten steigern können.

Die EU-Kommission verweist darauf, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit schon 2009 riet, die Aufnahme von Transfetten so gering wie möglich zu halten.

WHO will künstliche Transfette verbannen

Im Mai dieses Jahres habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu aufgerufen, künstliche Transfette aus Lebensmitteln zu verbannen. Sie entstehen bei der chemischen Härtung von Pflanzenölen und werden unter anderem genutzt, um Lebensmittel haltbarer zu machen. Auf diese künstlichen Transfette zielt auch die Kommission mit der geplanten Vorschrift.

Der europäische Verbraucherverband BEUC begrüßte die Ankündigung. Verbraucherschützer hätten sich schon lange dafür eingesetzt, dass nicht mehr als zwei Gramm Transfette auf 100 Gramm Fett in Lebensmitteln enthalten sein dürften.

Ein solcher Grenzwert habe sich in Dänemark über 15 Jahre als erfolgreich erwiesen. Vor allem in östlichen EU-Ländern lägen die Werte aber oft höher.

BEUC kritisierte, dass die EU-Kommission der Industrie eine Übergangsphase bis 2021 gewähren wolle. Das Gesetzgebungsverfahren ist aber ohnehin erst am Anfang. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Vom Chefarzt zum Hausarzt-Assistenten

Selten dürfte es sein, wenn nicht einmalig: Dr. Roger Kuhn hat seinen Chefarztposten im Krankenhaus aufgegeben, um in einer Hausarztpraxis zu arbeiten – als Assistent. mehr »

Keine Notdienstpflicht für ermächtigte Krankenhausärzte

Muss ein ermächtigter Klinikarzt auch KV-Notdienst leisten? Nein, hat das Bundessozialgericht jetzt entschieden. mehr »

Wenn die Depressions-App zweimal klingelt

Smartphone-Apps könnten helfen, eine beginnende Depression oder ein hohes Suizidrisiko aufzuspüren. Lernfähige Algorithmen könnten ein verändertes Nutzerverhalten erkennen – und notfalls Alarm schlagen. mehr »