Ärzte Zeitung online, 10.07.2019

Frankreichs Gesundheitsministerin

Keine Homöopathie mehr auf Kassenkosten

PARIS. In Frankreich soll es ab 2021 keine homöopathischen Arzneimittel auf Kassenkosten mehr geben. Gesundheitsministerin Dr. Agnès Buzyn kündigte an, ein Verfahren zur Aufhebung der Kostenerstattung einzuleiten.

Gegenüber der Zeitung „Le Parisien“ (Mittwochsausgabe) sagte sie: „Ich habe immer gesagt, dass ich der Meinung der obersten Gesundheitsbehörde (Haute Autorité de santé) folgen werde.“

Das höchste Gremium im französischen Gesundheitswesen hatte empfohlen, Homöopathika aus der Kostenerstattung der Krankenversicherung zu streichen – dagegen gab es erheblichen Widerstand.

Wie Buzyn weiter ausführte, plant sie eine Übergangsregelung. Derzeit übernimmt in Frankreich die Krankenversicherung 30 Prozent der Kosten für homöopathische Arzneimittel. Ab Januar 2020 soll der Anteil auf 15 Prozent gesenkt werden, ehe ab Januar 2021 überhaupt keine Homöopathika mehr von den Kassen bezahlt werden. (nös/ths)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[11.07.2019, 08:03:25]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Homöopathie vs. Allopathie
Mir persönlich fehlen bei den ganzen Diskussionen um wissenschafts- und erkenntnistheoretische bzw. praktische Evidenz, Pathophysiologie, Wirkungsnachweis, Reliabilität, Reproduzierbarkeit von Homöopathie und Allopathie immer wieder zweifelsfreie, durch randomisierte kontrollierte Studien (RCT) nachgewiesene Belege, dass die Homöopathie als besondere Therapierichtung alleine, außer bei Alltagsbeschwerden, bio-psycho-sozialen Befindlichkeitsstörungen, Bagatellen, funktionellen Symptomen/Syndromen, sich selbst limitierenden und/oder psychosomatischen Erkrankungen, auch bei ernsthaften, u.U. lebensbedrohenden bzw. -verkürzenden Krankheitsentitäten heilen, helfen oder lindern könnte?

Bedauerlich, dass in dieser dringend notwendigen gesamtgesellschaftlichen Debatte zu dem Themenkomplex ein Klima der Einschüchterung entstanden ist, so dass ich hier auf meinem unveräußerlichen Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und dem Schutz der Freiheit der Wissenschaft beharren muss.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[11.07.2019, 07:16:55]
Siegfried Hauswirth 
Gute Entscheidung!
Als Patient sage ich: Kein Geld für Humbug ! Ich halte Homöopathie für einen geschickt angelegten Betrug am Patienten. Daher sollte diese Behandlungsmethode generell verboten werden. zum Beitrag »
[10.07.2019, 16:52:23]
Dieter Döring 
Keine Homöopathie mehr auf Kassenkosten in Frankreich
Hier ist man dazu ja aufgrund einer Cerebralisuffizienz nicht in der Lage.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Döring
Facharzt für Allgemeinmedizin zum Beitrag »
[10.07.2019, 16:15:19]
Dr. Jutta Wiesner 
die Franzosen machen es uns vor!
Eine richtige Entscheidung in der Zeit der evidence based medicine.
Endlich eine Politikerin, die sich nicht von der unheiligen Alliance von Weleda et al, den um die Beitragszahler buhlenden Kassen , den Kollegen und Heilpraktikern und den an Wunder glaubenden Konsumenten/Patienten erpressen lässt
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alles auf Anfang bei der Alzheimerentstehung!

Beta-Amyloid ist wohl doch ein entscheidender Faktor für Alzheimer. Neue Forschungen stützen diese These. Im Zentrum stehen dabei zelluläre Prozesse und Apolipoprotein E (ApoE). mehr »

Bessere Versorgung mit weniger Kliniken

Fast jedes zweite Krankenhaus in Deutschland sollte geschlossen werden, um die Versorgung zu verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Bertelsmann-Studie. mehr »

Spahn trennt Medizinische Dienste vom Kassensystem ab

Morgen berät das Bundeskabinett über das MDK-Reformgesetz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Neuer Streit ist programmiert. mehr »