Ärzte Zeitung, 17.07.2015

Gesundheitswirtschaft

Nordosten setzt weiter auf Wachstum

ROSTOCK. Die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern will nach beeindruckenden Fortschritten in den vergangenen Jahren weiter wachsen. Potenzial sieht die schwarz-rote Landesregierung in erster Linie im Export.

"Ziel muss es sein, dass wir uns stärker international ausrichten", sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) auf der elften Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock-Warnemünde.

Zusammen mit Gesundheitsministerin Birgit Hesse (SPD) hatte Glawe zuvor mit Vertretern des Partnerlandes Portugal über eine Zusammenarbeit gesprochen. Bei einem Arbeitsbesuch in Portugal soll nun über konkrete Kooperationen von Unternehmen gesprochen werden.

In erster Linie sind für den Nordosten laut Glawe bislang das deutschsprachige Ausland und der Ostseeraum interessant.

Portugal dagegen bezieht aus Mecklenburg-Vorpommern bislang Waren im Wert von rund 100 Millionen Euro, die Gesundheitswirtschaft zählte hier aber nicht zu den führenden Branchen.

Insgesamt aber hat die Gesundheitswirtschaft zum langsamen, aber stetigen Aufschwung der vergangenen Jahre im Nordosten stark beigetragen. Ihr Anteil an der Bruttowertschöpfung ist mit fast 14 Prozent höher als in jedem anderen Bundesland und ihr Beitrag zur Beschäftigung ist deutlich gestiegen.

Im Jahr 2003 waren noch 12,4 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Angestellten in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt, 2014 bereits 17,6 Prozent. Glawe erwartet, dass die Branche weiter über dem volkswirtschaftlichen Durchschnitt wachsen wird.

Angeschoben wird die Dynamik auch durch Fördergelder von Bund und Land. Innerhalb von zehn Jahren kamen neben 7,5 Millionen Euro vom Land weitere 60 Millionen Euro von Bund und EU. Für die kommenden sieben Jahre sind vom Bund Fördermittel in dreistelliger Millionenhöhe zugesagt.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) verspricht sich weitere Fortschritte von einer intensiveren Zusammenarbeit sowie von einer Umsetzung eines bereits formulierten Masterplans für die Gesundheitswirtschaft. (di)

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