Ärzte Zeitung online, 14.04.2018

Befragung

Bundesbürger lassen sich von "Bio" irreführen

Biopharmazeutika? Die Begriffswahl für bio- oder gentechnisch erzeugte Arzneimittel hat sich noch nicht eingebürgert.

MÜNCHEN. Zur kürzeren Bezeichnung rekombinanter Arzneimittel hat sich in Fachkreisen der Begriff "Biopharmazeutika" eingebürgert. Die Bevölkerung weiß damit allerdings nichts anzufangen. Das geht aus einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Biotech-Unternehmens Amgen hervor. Die Erhebung fand online im Dezember vorigen Jahres unter 1000 Bundesbürgern statt.

Danach konnten 94 Prozent der Befragten den Terminus nicht richtig zuordnen. "Oftmals werden hinter dem Begriff Naturheilmittel vermutet", berichtet Amgen. 47 Prozent der Befragten hätten noch nie etwas von "Biopharmazeutika" gehört. Genauso vielen sei der Begriff zwar geläufig, heißt es. Sie wüssten nur nicht, was damit gemeint sei. Lediglich sechs Prozent der Befragten hätten sich eine Begriffs-Definition zugetraut – aber nur drei Prozent lagen damit richtig. Die mangelhafte Begriffskenntnis lässt aber keineswegs auf geringe Akzeptanz rekombinanter Arzneimittel in der Bevölkerung schließen.

Im Gegenteil: 91 Prozent der Befragten glauben laut Amgen daran, "dass mit biotechnologischer Forschung schwere Krankheiten bekämpft werden können". Und 84 Prozent würden sich mit Biopharmazeutika behandeln lassen, wenn ihr Arzt ein entsprechendes Präparat für sinnvoll hält. (cw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »