Insolvenz

Eigentümer für vier Kliniken im Osten gesucht

In Thüringen und Brandenburg ringt die DRK-Gesellschaft um eine Lösung. Angebote für die insolventen Kliniken gibt es bereits.

Von Katrin Zeiß Veröffentlicht:

THÜRINGEN / BRANDENBURG. Die insolvente DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen-Brandenburg sucht für ihre vier Kliniken in den beiden Bundesländern einen neuen Eigentümer. Für die Übernahme hätten mehr als zehn Interessenten Angebote eingereicht, sagte der vorläufige Sachwalter, Rainer Eckert. In Abstimmung mit den Gläubigern soll mit bis zu fünf Bewerbern verhandelt werden.

Für die Gesellschaft mit Häusern in Bad Frankenhausen, Sondershausen, Sömmerda (Thüringen) und Luckenwalde (Brandenburg) war Mitte Dezember die vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung angeordnet worden. Grund war laut Betreiber vor allem die hochdefizitäre Situation am Standort Bad Frankenhausen in Nordthüringen. Rund 5,5 Millionen Euro des gesamten 7,2-Millionen-Defizits entfielen im Jahr 2017 auf dieses Haus. Für 2018 zeichne sich ein ähnliches Ergebnis ab, hieß es.

Im Zuge der Umstrukturierung drohen nun dem ursprünglich 127-Betten-Haus, das derzeit im reduzierten Betrieb arbeitet, harte Einschnitte. Wie der Betreiber mitteilte, soll es als Standort stationärer Versorgung – wie im Thüringer Krankenhausplan verankert – faktisch wegfallen. Die Hälfte der gut 200 Arbeitsplätze würde damit gestrichen. Denkbar sei allenfalls eine Art ambulante Praxisklinik mit Notaufnahme.

Das DRK hatte das Haus wegen der finanziellen Verluste ursprünglich zum Jahresende 2018 schließen wollen. Mit der Einleitung des vorläufigen Insolvenzverfahrens wurde der Betrieb zunächst weitergeführt.

Als Hauptgrund für die prekäre Situation am Standort nannte der Sachwalter das nahezu identische Profil der drei Thüringer Kliniken, allesamt Grundversorger, deren Einzugsgebiete sich obendrein überschneiden. Zudem hätten niedergelassene Ärzte kaum noch Patienten zugewiesen. Zu einem möglichen Stellenabbau an den anderen drei Standorten gibt es noch keine konkreten Aussagen.

In den vier DRK-Kliniken der beiden Bundesländer werden jährlich insgesamt rund 33.000 Patienten stationär behandelt. Die Gesellschaft betreibt auch zwei medizinische Versorgungszentren, ein Pflegeheim und eine Servicegesellschaft. Beschäftigt sind rund 1700 Mitarbeiter.

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