Ärzte Zeitung online, 17.04.2018

Innovationsfonds

Verband BMC legt Ideen für eine Reform vor

Für erfolgreiche Projekte sollte es ein Überleitungsbudget beim GBA geben: Eine von zwölf Reformideen des Bundesverbands Managed Care.

BERLIN. Der Bundesverband Managed Care (BMC) hat zwölf "Handlungsempfehlungen" vorgelegt, um den Innovationsfonds weiterzuentwickeln. Dabei regt der BMC unter anderem an, den Übergang von Fondsprojekten in die Regelversorgung durch eine Überbrückungsfinanzierung zu flankieren.

Denn zwischen der letzten Patientenbehandlung im Rahmen des Projekts und einem möglichen Ausrollen in die Regelversorgung könne mehr als ein Jahr liegen. In der Zwischenzeit würden alle etablierten Strukturen gekappt, Personal, das zuvor eingearbeitet wurde, müsse gekündigt werden. Liege dann endgültig ein positiver Bescheid vor, müssten alle diese Netzwerke reaktiviert werden. Zeichne sich eine positive Evaluation aus Sicht aller Projektbeteiligten ab, sollte daher die Möglichkeit geschaffen werden, ein Überleitungsbudget beim GBA zu beantragen, heißt es.

Weitere Vorschläge des BMC:

- Anschubfinanzierung: Wird ein Projekt bewilligt, müssen die Beteiligten auf den finalen Förderbescheid warten, bis das erste Geld fließt. Hier könne eine Anschubfinanzierung von zehn Prozent des Fördervolumens helfen.

- Förderung kleiner Projekte: Auch Projekte mit einem Volumen von weniger als 500.000 Euro sollten Mittel aus dem Fonds erhalten.

- Abgelehnte Projekte: Wenn sinnvolle Projektanträge aufgrund formaler Kriterien scheitern, sollte das Votum des Expertenrats mitgeteilt werden. Ebenso sollten die Antragsteller informiert werden, ob eine erneute Einreichung von Konzepten empfehlenswert ist.

Bis einschließlich 2019 werden über den Innovationsfonds insgesamt 300 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt. 225 Millionen Euro davon fließen in die Förderung neuer Versorgungsformen, 75 Millionen Euro jährlich sind für Vorhaben der Versorgungsforschung reserviert.

Die neue Groko hat in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, den Fonds ab 2020 mit einem Volumen von jährlich 200 Millionen Euro fortzuführen. Ausdrücklich bekennt sich die Regierung dazu, dass erfolgreiche Projekte "zügig in die Regelversorgung überführt werden".(fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »