Ärzte Zeitung, 16.02.2009

Kommentar

Eine Lanze für die Versorgungsvielfalt

Von Angela Mißlbeck

Ledersessel, TV-Flachbildschirm und Internet-PC in einem hellen Raum mit Weitblick - so warten in vielen Arztpraxen nicht einmal Privatpatienten. Für sie gibt es aber immerhin Samstagssprechstunden, und sie bekommen auch dann noch einen Termin, wenn der Praxiskalender schon bis Quartalsende voll ist. Die Techniker Krankenkasse will ihren Versicherten jetzt denselben Service angedeihen lassen. Dabei setzt sie auf Medizinische Versorgungszentren der TK-eigenen Marke Atrio-Med. Das vierte Atrio-Med ist nach Hamburg, Köln und Leipzig nun in Berlin offiziell eröffnet worden. In sechs weiteren Städten sind die Marken-MVZ geplant.

Niedergelassene Ärzte beobachten diese Entwicklung kritisch. Eine Kasse eröffnet MVZ? Das riecht nach den früheren Ambulatorien, in denen Ärzte direkt bei einer Krankenkasse angestellt und abhängig waren. Diese Befürchtungen zerstreut die Kasse. Doch Atrio-Med weckt auch die Sorge, dass im Wettbewerb nicht mit gleich langen Spießen gekämpft wird. In der Tat könnte derzeit kaum ein Praxisinhaber ein MVZ dieser Größe und Ausstattung finanzieren. Aber hat er dafür nicht andere Qualitäten? Darauf sollte er sich im Wettbewerb besinnen. Alles andere gleicht einem Kampf gegen Windmühlen.

Lesen Sie dazu auch:
MVZ mit Lounge, exklusiv für TK-Versicherte

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16825)
Berufspolitik (17891)
Organisationen
TK (2317)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »