Ärzte Zeitung, 25.06.2009

Blinde können Anspruch auf GPS-System haben

KASSEL (mwo). Blinde können Anspruch auf ein GPS-Leitsystem haben. Die Krankenkassen müssen es dann bezahlen, wenn ein Sehbehinderter das Gerät zur Orientierung in seinem Wohnumfeld braucht, urteilte am Donnerstag das Bundessozialgericht (BSG).

Ein blinder Klavierstimmer hatte bei seiner Krankenkasse 2003 ein speziell für Blinde und Sehbehinderte ausgestattetes GPS-Leitsystem beantragt. Die Kasse lehnte dies ab, ein GPS-System sei kein "Hilfsmittel". Das BSG widersprach, wies die konkrete Klage aber trotzdem ab. Die speziell für Sehbehinderte ausgerüsteten Leitsysteme seien keine "allgemeinen Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens", die Kassen stünden daher sehr wohl in der Pflicht. Allerdings müssten sie das Gerät nur zahlen, wenn es im konkreten Einzelfall für die "Mobilität im Nahbereich der Wohnung" erforderlich sei. Dies treffe hier nicht zu, weil der Kläger mit Hund und Blindenstock ausreichend zurechtkomme.

Az.: B 3 KR 4/08 R

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »