Ärzte Zeitung, 26.01.2010

Zusatzbeiträge bereits ab Februar

DAK will acht Euro je Versicherten zusätzlich erheben / "Ganze Menge" weiterer Kassen werden folgen

BERLIN (hom/bee). Eine der größten deutschen Krankenkassen - die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) - will bereits ab Februar einen Zusatzbeitrag erheben.

zur Großdarstellung klicken

Gesetzlich Krankenversicherte müssen den Zusatzbeitrag ihrer Krankenkasse alleine schultern.

"Ich werde dem Verwaltungsrat empfehlen, ab Februar acht Euro zu nehmen", sagte DAK-Chef Herbert Rebscher am Montag in Berlin. Der Zusatzbeitrag werde pauschal erhoben. Mit etwa 4,6 Millionen Mitgliedern gehört die DAK zu den größten gesetzlichen Kassen.

Die KKH-Allianz plant ebenfalls einen Zusatzbeitrag von acht Euro. Dieser werde im Laufe der ersten Jahreshälfte fällig, sagte Vorstandsmitglied Rudolf Hauke. Auch mehrere BKKen kündigten Zusatzbeiträge an - darunter die Deutsche BKK und die BKK Westfalen-Lippe. Die AOK Schleswig-Holstein sieht sich ebenfalls zu diesem Schritt gezwungen. "Hier sind die Leute, die das Tabu brechen", so Rebscher. Er gehe davon aus, dass bis Ende 2010 eine "ganze Menge" weiterer Kassen Zusatzbeiträge erheben müssten. Die Verwaltungskosten bezifferte Rebscher auf rund eine Milliarde Euro.

zur Großdarstellung klicken

© dpa / bildfunk

Zusatzbeiträge können pauschal oder prozentual vom Einkommen eingezogen werden. Sie sind im Gesundheitsfonds angelegt. Kommen die Kassen mit dem Geld aus dem Fonds nicht aus, können sie den Extrabetrag erheben. 2010 fehlen dem Fonds vier Milliarden Euro. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) wies den Vorwurf zurück, Zusatzbeiträge seien ein Testlauf für die von der FDP geplante Gesundheitsprämie. Sie zeigten nur, dass "das unfertige Gesundheitssystem zu verbessern ist".

Lesen Sie dazu auch:
Der ganz normale Zusatzbeitrag kommt

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Acht Euro werden nur ein Anfang sein

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

WHO erklärt Ebola-Epidemie als internationale Notlage

Die Ebola-Epidemie ist eine internationale Notlage, hat die WHO am Mittwochabend entschieden. Direkte Folgen hat der Schritt noch nicht. mehr »

Ja zu Masern-Impfpflicht, Apotheken-Gesetz und MDK-Reform

16:50 Uhr Drei auf einen Schlag: Das Bundeskabinett gibt grünes Licht für die Impfpflicht gegen Masern, das Vor-Ort-Apotheken-Gesetz und die MDK-Reform. Prompt folgt Kritik. mehr »

Warum Alzheimer mehr Frauen betrifft

Frauen erkranken häufiger an Alzheimer als Männer. Eine beim Alzheimer-Kongress in Los Angeles vorgestellte Studie liefert Hinweise, woran das liegen könnte. mehr »