Kommentar

Acht Euro werden nur ein Anfang sein

Von Florian Staeck Veröffentlicht: 26.01.2010, 05:00 Uhr

Jetzt schwappt die Empörungswelle durch Deutschland: Die ersten Kassen haben Zusatzbeiträge angekündigt. Doch das wird nur der Anfang sein. Versicherten, die nun aus Kassen mit Extra-Prämie flüchten, wird kein langer Erfolg vergönnt sein. Denn die Politik hat mit der Gesundheitsreform von 2007 in der GKV für eine Zentralisierung gesorgt, die den Kassen nur noch eingeschränkte Handlungsspielräume lässt.

Hinzu kommt, dass die Deckungsquote der Ausgaben durch den Gesundheitsfonds sukzessive gesenkt wird. Im laufenden Jahr sind es 97,7 Prozent, im nächsten Jahr werden es vermutlich weniger als 95 Prozent sein. Endgültig in die Miesen werden alle Kassen geraten, wenn sie 2011 die Liquiditätshilfen von 1,5 Milliarden Euro zurückzahlen müssen, die der Staat ihnen 2009 gewährt hat.

Schon nächstes Jahr könnte das Finanzkorsett für viele Kassen selbst bei acht Euro zusätzlich pro Monat zu eng werden. Damit ist der nächste Schritt programmiert: Der Schwellenwert von bisher acht Euro für einen Zusatzbeitrag ohne Einkommensprüfung würde dann erhöht. Union und FDP können der Entwicklung gelassen zuschauen - frei nach dem Motto: Steigt der Zusatzbeitrag stetig, tut der Übergang zur Gesundheitsprämie fast nicht mehr weh.

Lesen Sie dazu auch: Zusatzbeiträge bereits ab Februar Der ganz normale Zusatzbeitrag kommt

 

Mehr zum Thema
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Mitarbeiter des Städtischen Krankenhauses und der Stadtwerke Kiel streiken vor dem Krankenhaus.

Tarifverhandlungen

Erste bundesweite Warnstreiks im Öffentlichen Dienst