Ärzte Zeitung, 04.02.2010

Kommentar

Im Zweifel wird gezahlt

Von Christian Beneker

Nichts genaues weiß man nicht, und doch fällt auf: Die 2007 privatisierten Landeskrankenhäuser in Niedersachsen brauchen mehr Geld und verzeichnen dabei einen geringeren Fallzahlanstieg als vergleichbare Einrichtungen im Land. Das hat eine Berechnung des vdek Niedersachsen ergeben. Im Einzelfall erreicht ein Haus vom Jahr 2008 auf das Jahr 2009 sogar einen Anstieg von mehr als 16 Prozent. Nun argwöhnt der vdek, die Beitragszahler würden zu Kasse gebeten, damit die Privaten im Land ihre Investitionen refinanzieren können.

Der Verdacht liegt nahe, aber er lässt sich nicht erhärten. Unbestritten ist: Private Klinikkonzerne müssen Renditen erwirtschaften. Das tun sie, indem sie Kranke besonders kostensparend betreuen und beinhart mit den Kassen verhandeln. Warum sonst haben sie mehr Geld erhalten? Darüber kann keine Kasse klagen.

Verständlich ist aber der Einwand des vdek, man habe zu wenig Kontrollmöglichkeiten. Denn die Krankenhäuser müssen nicht nachweisen, ob sie das Geld der Kassen wirklich für die angestrebten Personalstellen brauchten oder nicht. Im Zweifel wird gezahlt. Rechenschaft ist nicht vorgesehen, und das ist ein Fehler. Es besteht Regelungsbedarf.

Lesen Sie dazu auch:
Ärger um Kostenanstieg in Privatkliniken

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Herzschutz-Effekt durch spezielle Fischöl-Kapseln

Die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren hat in der REDUCE IT-Studie eine erstaunliche Wirkung entfaltet. Zu einem anderen Ergebnis kommt die Studie VITAL. mehr »

In Westeuropa sterben Deutsche am frühesten

Deutschland hat unter 22 westeuropäischen Ländern die niedrigste Lebenserwartung. Wie aus einem aktuellen WHO-Bericht hervorgeht, gibt es im weltweiten Vergleich noch immer drastische Unterschiede – von bis zu 40 Jahren. mehr »

Gemeinsam gegen Antibiotika-Resistenzen

Die Weltantibiotikawoche ist angelaufen: Während die WHO für mehr Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Medizin wirbt, versucht ein Projekt von Ärzten und Kassen die Bürger für Resistenzen zu sensibilisieren. mehr »