Ärzte Zeitung, 04.05.2010

Kliniken im Norden sehen sich nicht als "Schmuddelbuden"

KIEL (di). Zu viele Patienten infizieren sich in den Kliniken - die genaue Zahl ist strittig. Als "Schmuddelbuden" wollen die Krankenhäuser im Norden sich dennoch nicht abstempeln lassen. Auf 17 000 in den Kliniken Schleswig-Holsteins infizierte Patienten schätzt TK-Landesleiter Dr. Johann Brunkhorst die Zahl der jährlich Betroffenen allein im Norden. "Wir gehen davon aus, dass eine von mehreren Ursachen auch mangelnde Hygiene in den Krankenhäusern ist", sagte Brunkhorst - und löste damit Empörung bei der Krankenhausgesellschaft (KGSH) aus.

"Damit suggeriert Herr Brunkhorst, dass unsere Kliniken Schmuddelbuden seien", sagte KGSH-Geschäftsführer Bernd Krämer. Er verwies auf Bemühungen der Kliniken, Infektionen zu vermeiden. Diese reichen von Hygienebeauftragten über Screenings und Meldepflichten bis zu Aufklärungskampagnen. Weil sich dennoch viele Patienten infizieren, beraten die Verantwortlichen nach Angaben Krämers über weitere Maßnahmen. Ob die von der TK geschätzte Zahl stimmt, ist nach laut Krämer fraglich. Die TK stellte klar, dass sie den Begriff "Schmuddelbuden" ablehnt: "Das haben wir nicht gesagt und nicht gemeint."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Computervirus legt Klinik lahm

Das bayerische Klinikum Fürstenfeldbruck ist von einem Computervirus lahmgelegt worden. Es hatte sich daher auch von der Integrierten Leitstelle des Landkreises abgemeldet und nur dringende Notfälle aufgenommen. mehr »