Ärzte Zeitung, 11.10.2010

PKV hält Änderung am AMNOG für überflüssig

BERLIN/KÖLN (hom/iss). Die privaten Krankenversicherer halten die jüngste Änderung am Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes - kurz AMNOG - für überflüssig. Die Koalition hatte sich vergangene Woche darauf geeinigt, dass der Arzneimittelrabatt, der seit August in der GKV wirksam ist, auch für die PKV gelten soll. Die dadurch erzielten Einsparungen müssten aber zur "Begrenzung von Prämienerhöhungen oder zur Prämienermäßigung" verwendet werden. "Wir wollen, dass die Arzneimittel-Einsparungen bei den einzelnen Versicherten ankommen und nicht bei den Gewinnen der Versicherungskonzerne", erklärte der Gesundheitsexperte der Union, Jens Spahn, zur Begründung.

"Es war nie anders geplant, als dass die Versicherten die Rabatte bekommen", sagte der Verbandsdirektor der PKV, Dr. Volker Leienbach, im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Schließlich habe sich die Branche ursprünglich dafür eingesetzt, dass die Versicherten den Rabatt gleich in der Apotheke erhielten.

"Es ist selbstverständlich, dass die Kostensenkungen im Arzneimittelbereich eins zu eins unseren Mitgliedern zugute kommen", sagte Debeka-Chef Uwe Laue. Bei einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit wie der Debeka sei das gar nicht anders möglich. Auch die übrigen Versicherer seien durch die Kalkulationsverordnung an genaue Vorgaben gebunden. "Die Einsparungen kommen auf jeden Fall bei den Versicherten an." Spahn überziehe "den Bogen ein bisschen", sagte Laue.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

Milliarden Bakterien im Einsatz. So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »

Angst vor Epidemien in Lagern

Nach ihrer dramatischen Flucht aus Myanmar suchen über eine halbe Million Rohingya Schutz in Bangladesch. Die Lage in den eilig aufgeschlagenen Lagern ist desolat. mehr »