Ärzte Zeitung, 18.01.2011

Kommentar

Sonntagsrede zum Thema Prävention

Von Thomas Hommel

Beim Thema Prävention ducken sich Union und FDP seit Monaten unter den Tisch. Außer dem kategorischen Nein zu einem nationalen Präventionsgesetz und der wenig erquicklichen Idee von Minister Philipp Rösler, die Prävention stärker bei Haus- und Kinderärzten anzusiedeln, kam den Koalitionären bislang wenig Substanzielles über die Lippen.

Daran ändert leider auch der jüngste Vorstoß des CSU-Gesundheitsexperten Johannes Singhammer für einen "Paradigmenwechsel hin zu einer präventiven Ausrichtung des Gesundheitswesens" nichts. Sein Papier ist ein Bekenntnis ohne Substanz.

Ohnehin Bekanntes wird noch einmal wiederholt: Dass Prävention stiefmütterlich behandelt wird, wissen wir. Dass sich Volkskrankheiten wie Diabetes durch eine gesündere Lebensweise verhindern ließen, ist auch allen klar.

Dennoch investieren die Kassen vergleichsweise wenig Geld in lebensweltbezogene Prävention. Stattdessen werden bunte Flyer gedruckt und schmucke Gesundheitskurse aufgelegt, die wenig bewirken, weil damit die Falschen angesprochen werden.

Zur Frage, was hier ein Umsteuern bewirken kann, enthält Singhammers Papier wenig. Am Ende bleibt der Eindruck: Gut, dass wir wieder mal drüber geredet haben.

Lesen Sie dazu auch:
CSU setzt bei Prävention auf den siebten Sinn

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