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Ostdeutsche sind kränker

BERLIN (sun). Die Volkskrankheiten sind in Deutschland extrem ungleich verteilt: Die Menschen im Osten Deutschlands sind häufiger krank als der Rest der Republik. Und: Wo es mehr Psychotherapeuten gibt, steigt die Zahl der Depressionen. Das geht aus dem Morbiditätsatlas der Barmer GEK hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

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Viel Farbe in der Psychotherapie: Wo es viele Therapeuten gibt, gibt es mehr diagnostizierte Depressionen.

Viel Farbe in der Psychotherapie: Wo es viele Therapeuten gibt, gibt es mehr diagnostizierte Depressionen.

© Reinhard Kurzendörfer / imago

Darin hat die Kasse die Verbreitung von zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Depressionen miteinander verglichen. Demnach tragen die Sachsen die höchste Krankheitslast, die Baden-Württemberger die geringste.

Besonders krankheitsanfällig sind laut Barmer GEK die Menschen im Raum Halle, Schwerin und Leipzig. Über einen besonders guten Gesundheitszustand können sich zum Beispiel die Stuttgarter und Ulmer freuen.

"Es zeigt sich deutlich der wesentliche Einfluss von Bildung und Einkommen auf Gesundheitschancen", betonte der Herausgeber des Morbiditätsatlas Uwe Repschläger von der Barmer GEK.

"Die regionale Perspektive ist hilfreich, um vor Ort die Ressourcen abzustimmen und Mängelsituation vorzubeugen, wie zum Beispiel die Nachbesetzung von Arztsitzen", sagte Barmer GEK-Chef Christoph Straub.

Die Regionalisierung müsse allerdings auch Grenzen haben: "Es darf nicht sein, dass der Wohnort die Versorgungsqualität bestimmt", warnte Straub.

In Bayern und den Stadtstaaten gibt es bundesweit die meisten Depressionen. Er führte dieses Ergebnis auf die räumliche Verteilung der Psychotherapeuten zurück.

"Mit der Zahl der Psychotherapeuten steigt naturgemäß die Zahl der Depressionendiagnosen", so Repschläger. Die Psychotherapeutendichte liege in den Stadtstaaten bei bis zu 150 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, im Osten rund 50 Prozent darüber.

"Welche Region über- und welche unterversorgt ist, lässt sich aber dennoch nicht einfach beantworten", betonte Repschläger.

Lesen Sie dazu auch: Immer mehr Infektionen in Pflegeheimen

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Kommentare
Dr. Christoph Luyken 01.09.201113:53 Uhr

Störche und Geburten

Wo es mehr Psychotherapeuten gibt, steigt die Zahl der Depressionen?
Na klar! Es weiß doch auch jeder, daß die Geburtenrate zurückgeht, seit es weniger Störche gibt.

Dr. Christine Laufersweiler-Plass 01.09.201111:38 Uhr

Störche und Frösche

Sehr geehrte Damen und Herren,
Die ersten Zeilen Ihres Artikels sind leider nicht darauf aus, den wertvollen Beitrag der Psychotherapeuten für das Gesundheitssystem darzustellen. Schade, denn Psychotherapie erspart den Krankenkassen erwiesenermaßen viel Geld, da unnötige medizinische/somatische Behandlungen durch Psychotherapie vermieden werden können. Die Barmer hat auf eine Korrelation zwischen Psychotherapeutendichte und Depressionsdiagnosen hingewiesen. Sie machen daraus ein dümmliches: "Wo es mehr Psychotherapeuten gibt, steigt die Zahl der Depressionen". Wer etwas von Korrelationen versteht, weiß, daß auch die Dichte der Störche nicht unbedingt die Anzahl der Frösche in einem Gebiet verursacht oder erklärt. Man könnte übrigens auch fragen: Haben Ostdeutsche vielleicht eine höhere somatische Krankheitsrate, da im Osten Psychotherapeuten fehlen? Um das präzis zu beantworten, bräuchte es allerdings mehr als ein paar dünne Zahlen sondern präzise Versorgungsforschung.

Mit freudlichen Grüßen
Dr. C. Laufersweiler-Plass

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