Ärzte Zeitung, 22.04.2012

PKV wächst gegen den Mainstream

BERLIN (sun). Die Private Krankenversicherung (PKV) hat sich gegen Schwanengesänge gewehrt, sie sei ein Auslaufmodell. Tatsache ist: Ihr Marktanteil steigt auf Kosten der GKV. Darauf verwies Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes, in Berlin.

PKV wächst gegen den Mainstream

PKV-Direktor Leienbach: Privat kostet mehr.

© David Ebener / dpa

Kritiker warnen davor, dass steigende Beiträge für die privaten Policen die Versicherten überfordern könnten.

"Ein Versicherter der PKV zahlt auf den gesamten Lebenszyklus gerechnet wahrscheinlich mehr als ein Versicherter der gesetzlichen Krankenversicherung", räumte Leienbach ein.

Spekulationen, die PKV sei somit selbst für Besserverdiener zu teuer, wies er zurück. Die Beitragssteigerung in den letzten Jahren sei mit 3,3 Prozent moderat, so Leienbach.

Zum Vergleich: In der gesetzlichen Krankenversicherung lag die Steigerung bei 3,1 Prozent.

Aus Sicht der Linkspartei täuschen diese Durchschnittswerte darüber hinweg, dass sich die Erhöhungen über die gesamte Vertragslaufzeit kumulieren.

Die Beiträge seien von 2000 bis 2010 um 74,6 Prozent gestiegen. "Die PKV kalkuliert am Reißbrett, um Marktanteile zu gewinnen", so Linken-Politiker Harald Weinberg.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Reformstau bei der PKV

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »