Ärzte Zeitung, 11.04.2013
 

Vorwurf Untreue

Kassenchef fristlos entlassen

Veruntreuung, "Humbug und esoterischer Müll" - die Vorwürfe wiegen schwer gegen den beurlaubten Chef der IKK Südwest. Jetzt hat die Kasse die Reißleine gezogen.

IKK-Chef im Saarland fristlos entlassen - Vorwurf: Untreue

Ex-Kassenchef Spaniol - sieht sich dem Vorwurf der Untreue ausgesetzt.

© IKK Südwest

SAARBRÜCKEN. Der bisher beurlaubte Chef der Krankenkasse IKK Südwest, Frank Spaniol, ist fristlos entlassen worden. Das hat ein Sprecher der Krankenkasse der "Ärzte Zeitung" bestätigt.

Die IKK Südwest hatte gegen Spaniol zuvor Strafanzeige erstattet. Grund waren, wie es hieß, "nicht anonyme Vorwürfe" gegen den Kassen-Chef. Wie der "Saarländische Rundfunk" (SR) berichtete, geht es um den Vorwurf der Untreue.

Spaniol soll veranlasst haben, dass rund 30.000 Euro von der IKK auf sein Privatkonto überwiesen wurden. Wie die IKK weiter mitteilte, soll demnächst eine Wirtschaftprüfungsgesellschaft die Arbeit aufnehmen, um herauszufinden, ob die Kasse auch darüber hinaus finanziell geschädigt wurde.

Die Geschäfte bei der IKK Südwest führt nun der bisherige Stellvertreter Spaniols, Dr. Jörg Loth. Am 23. April will der Verwaltungsrat der Kasse zusammenkommen, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Spaniol war zuvor bereits nach Vorwürfen in einem anonymen Brief bis auf Weiteres beurlaubt worden. Darin war von Einschüchterung und Angst bei der IKK die Rede gewesen.

Außerdem war Spaniol die Zusammenarbeit mit einem bayrischen Fortbildungsinstitut zum Thema "Burn-out und Stress" vorgehalten worden. Die Gewerkschaft Verdi hatte deshalb gefordert, die Kasse dürfe "keinen Humbug und esoterischen Müll" bedienen.

Spaniol war seit 1996 Chef der IKK Südwest. Das Jahresgehalt des 47jährigen betrug nach SR-Recherchen rund 170.000 Euro. (kin)

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16973)
Saarland (237)
Organisationen
IKK (857)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

"Super Mario" hält Senioren geistig fit

3D-Computerspiele trainieren die räumliche Orientierung älterer Menschen - und schützen einer Studie zufolge vor Demenz. mehr »

Das "Gewebefenster" ist wichtig!

Warum nach sechs Stunden keine Thrombektomie mehr veranlassen, wenn es noch gute Chancen auf funktionelle Verbesserungen gibt? Das fragen sich wohl viele Neuroradiologen. mehr »

Werden CAR-T-Zellen Standard?

Die FDA-Zulassung der ersten Therapie mit CAR-T-Zellen hat in diesem Jahr für Aufsehen gesorgt. Experten beim ASH-Kongress sind überzeugt, dass die Therapie bei immer mehr Patienten Anwendung finden wird. mehr »