Ärzte Zeitung online, 18.11.2016
 

Lauterbach

Kein Jobverlust durch Bürgerversicherung

Eine Bürgerversicherung würde Zehntausende Arbeitsplätze kosten, hat eine Studie kürzlich erklärt. Das stimmt nicht, sagt jetzt SPD-Politiker Lauterbach.

Kein Jobverlust durch Bürgerversicherung

Widerspricht einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung: Karl Lauterbach.

© dpa

BERLIN. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat der Prognose widersprochen, dass die Einführung einer Bürgerversicherung zu einem massiven Arbeitsplatzverlust bei privaten Krankenkassen führen würde. "Auch die privaten Krankenkassen könnten in unserem Modell die Bürgerversicherung anbieten. Da gingen überhaupt keine Jobs verloren", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Im Gesundheitssystem werde jeder Arbeitsplatz benötigt. "Wenn es gelingen würde, in der Verwaltung ein paar tausend Stellen abzubauen, könnten 10 000 bis 20 000 Pflegerinnen und Pfleger zusätzlich eingestellt werden", sagte Lauterbach.

Eine Studie im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung rechnet dagegen vor, dass eine gesetzliche Krankenversicherung für alle dazu führen würde, dass in der privaten Krankenversicherung zwischen 22 700 und 51 000 Stellen abgebaut werden müssten. Die Zahlen variieren je nach Ausstiegsszenario.

Das Modell einer Bürgerversicherung wird von SPD, Grünen und Linken favorisiert. (dpa)

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Karl Lauterbach (674)
[18.11.2016, 20:07:42]
Helmut Müller 
Klassischer Eiferer
Lauterbach ist ein klassischer Eiferer. Seine Argumente enthalten nahezu immer Halbwahrheiten, Fakten kommen immer erst an zweiter Stelle, politische Ideologien sind für ihn vorrangig. Es ist schon erstaunlich, dass ein angeblicher Wissenschaftler mit Prof.-Titel nicht in der Lage ist, die in der Böckler-Studie aufgeführten Studienergebnisse auch nur annähernd zu widerlegen. Wahrscheinlich, weil die Kernaussagen der Studie korrekt sind. Im Übrigen hat Lauterbach natürlich nicht gemeint, dass die Beschäftigten der PKV, deren Jobs wegfallen, sich zukünftig als Pflegekräfte verdingen sollten. Vielmehr könnten nach Lauterbach die so freigesetzten Gelder dazu benutzt werden, neue Pflegestellen zu schaffen. Aber: Mit dieser Argumentation bestätigt Lauterbach letztlich die Annahme eines in der Studie prognostizierten massiven Arbeitsplatz-Verlustes bei den privaten Krankenversicherern. Wie sagt man in diesen Fällen: Eigentor!! zum Beitrag »
[18.11.2016, 13:54:25]
Ralph Bier 
Angestellte in der Verwaltung verdienen also das 10 fache eines Pflegers/in?
Ein paar tausend Stellen vs. 20000 Pflegerinnen. Pflegekräfte werden zwar tatsächlich nicht gut bezahlt, aber so gering nun auch nicht. Wenn diese Aussage schon nicht stimmt, was soll man dann von der Gesamtaussage halten? Eben ... Nichts.  zum Beitrag »
[18.11.2016, 13:03:29]
Rudolf Hege 
Ein typischer Lauterbach...
Offensichtlich hat Herr Lauterbach recht wenig Einsicht in Versicherungen, sonst wüsste er, dass dort keine Pflegekräfte sitzen, sondern Büroangestellte. Die kann man also kaum entsprechend einsetzen. Das ist wieder so eine typische Politiker-Rechnung nach dem Motto, Frau Meier wiegt zu viel, Herr Müller zu wenig. Nehmen wir bei Frau Meier etwas weg und geben es Herrn Müller, dann gleicht sich das aus... zum Beitrag »

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