Ärzte Zeitung online, 07.03.2017

Kommentar zur Monopolkommission

Auf Wiedervorlage, bitte!

Ein Kommentar von Florian Staeck

Es hat schon Charme, ein Gutachten ganz am Ende einer Legislaturperiode vorzulegen. Wenn die Monopolkommission ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl ihre Expertise für mehr Wettbewerb im Krankenversicherungsmarkt präsentiert, dann will sie langfristig dicke Bretter bohren. Zumal sich die Expertise in weiten Zügen wie eine Neuauflage ihres Gutachtens zum gleichen Thema vor acht Jahren liest. Mit anderen Worten: An den Problemen des dysfunktionalen Preiswettbewerbs in der GKV hat sich seitdem nicht viel geändert.

Sympathisch wirkt zudem, dass sich die Kommission im Streit über hochfliegende Reformpläne (Bürgerversicherung versus Gesundheitsprämie) weitgehend raushält. Denn bereits der Status quo der GKV eröffnet hinreichend viele Reformoptionen für mehr Wettbewerb.

Und hier legen die Gutachter einen Instrumentenkasten vor, den es sich lohnt, nach der Wahl noch einmal genauer anzusehen. Im Kern geht es darum, den Kassen mehr Spielraum für eigene Versorgungsangebote zu eröffnen. Hier wird der Qualitätswettbewerb bisher von einer erstickenden Regelungsdichte im SGB V gebremst. Freilich ist dieser Wettbewerb voraussetzungsvoll – er braucht zum Beispiel eine einheitliche Kassenaufsicht. Auf Wiedervorlage im Jahr 2018, bitte!

Lesen Sie dazu auch:
Monopolkommission: Darf es mehr Selektivversorgung sein?

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (17448)
Personen
Florian Staeck (1176)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Ausreichend Folsäure schützt Hypertoniker vor Schlaganfall

Bestimmte Hypertoniker sollten auf eine gute Folsäureversorgung achten. Dadurch können sie ihr Schlaganfallrisiko deutlich senken. mehr »

Feinsinnige Geister und Antisemiten

Ein neues Buch beleuchtet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin während des Nationalsozialismus. Am Fallbeispiel Emil von Bergmann erkennen Leser, wie zwiegespalten die DGIM-Mitglieder waren. mehr »

Saunieren schützt vor Schlaganfall

Möglicherweise beugt häufiges Saunieren Hirninfarkten vor. In einer finnischen Studie war die Schlaganfallrate bei Saunafans um 60 Prozent reduziert - dafür mussten Saunagänger aber einen Faktor beherzigen. mehr »