Ärzte Zeitung online, 02.08.2017

Telemedizin

Hessen schmeißt den Turbo an

Eine am Dienstag etablierte E-Health-Initiative soll Hessens telemedizinische Versorgung voranbringen.

WIESBADEN. Am Dienstag hat Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) mit dem Abschluss einer Kooperationsvereinbarung über die Gründung eines Hessischen Kompetenzzentrums für Telemedizin und E-Health den Startschuss für die E-Health-Initiative im Land gegeben. "Das gemeinsame Kompetenzzentrum der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) bündelt hessische Initiativen und wird uns bei der Implementierung neuer, bedarfsgerechter Versorgungsformen unterstützen", erläuterte Grüttner.

Telemedizin bringe Diagnosen von medizinischen Experten schnell zu den Patienten und überbrücke Distanzen, wie er ergänzte. "Das wird perspektivisch gerade im ländlichen Raum eine wichtige Brücke sein, um Allgemeinmediziner und Fachärzte konsultieren und über beispielsweise eine Pflegekraft zuzuschalten, damit schnell medizinisch kompetenter Rat gegeben werden kann", sagte Grüttner. Für die Entwicklung und Umsetzung innovativer Versorgungsformen stelle Hessen in 2017 rund 1,5 Millionen Euro und ab 2018 rund sechs Millionen Euro jährlich zur Verfügung. "Wir werden die Digitalisierung des Gesundheitswesens intensiv voranbringen, auch um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern", versprach Grüttner in Wiesbaden. "Die E-Health-Initiative Hessen hat auch zum Ziel, das Gesundheitswesen noch besser und sicherer zu machen und hilft auch, Fehl- und Überbehandlungen wie unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Das spart den Patienten Zeit und Aufwand", hob der Landesgesundheitsminister hervor.

Die Techniker Krankenkasse gab sich in einer ersten Reaktion auf die E-Health-Initiative überzeugt davon, dass neue digitale, telemedizinische Ansätze einen wertvollen Beitrag in der Patientenversorgung leisten können. Sie verfolge deshalb die Entwicklung in Hessen mit großer Spannung. Bisher fänden sich nur dezentrale Telemedizin-Insellösungen. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »