Ärzte Zeitung online, 10.12.2018

GKV-Beitrag

Erste Kassen senken Zusatzbeitrag deutlich

Die gute Konjunktur und hohe Reserven machen sinkende Zusatzbeiträge möglich – aber nicht bei jeder Krankenkasse.

Erste Kassen senken Zusatzbeitrag deutlich

Für viele Kassenpatienten wird der Zusatzbeitrag im kommenden Jahr sinken.

© Lothar Drechsel / stock.adobe.com

BERLIN. Mitte Dezember legen die Verwaltungsräte der meisten gesetzlichen Krankenkassen den Zusatzbeitrag für 2019 fest. Bislang deutet sich ein moderat sinkender Trend an.

Bei einzelnen Kassen fällt die Senkung des Extra-Obolus aber drastisch aus. So hat die Securvita Krankenkasse angekündigt, den Zusatzbeitrag im kommenden Jahr um 0,6 Punkte auf dann 1,1 Prozent zu senken: auf 15,7 Prozent (siehe nachfolgende Grafik).

Die Kasse mit rund 225.000 Versicherten schreibt das ihrer „verantwortungsvollen Haushaltsführung“ zu. Bislang gehörte die Securvita mit 1,7 Prozent zu den teuersten Kassen.

Die BKK Viactiv, drittgrößte Betriebskasse bundesweit, hat bereits ebenfalls einen deutlichen Rückgang angekündigt. Um 0,5 Punkte soll der Zusatzbeitrag auf 1,2 Prozent sinken – allerdings erst zum 1. April 2019.

Der Platzhirsch Techniker Krankenkasse will ebenfalls den Obolus von derzeit 0,9 Prozent senken – wieweit, das ist noch nicht ausgemacht.

Dagegen hat die DAK-Gesundheit Konstanz beim Zusatzbeitrag angekündigt. Dieser liegt aktuell bei 1,5 Prozent oder 16,1 Prozent insgesamt.

Die DAK gehörte denn auch zu den Kassen, die die Senkung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags durch das Bundesgesundheitsministerium ungern gesehen haben.

Vorgaben durch Versichertenentlastungsgesetz

Ende Oktober hatte das Bundesgesundheitsministerium bekannt gegeben, dass dieser Wert von 1,0 auf 0,9 Prozent sinken soll. Bereits mit dem Versichertenentlastungsgesetz hat die Koalition es Kassen verboten, die mehr als eine Monatsausgabe an Finanzreserven bunkern, ihre Zusatzbeiträge anzuheben.

Doch fallen die Zusatzbeiträge keineswegs auf breiter Front – in der Regel sind es Trippelschritte. So senkt die BKK firmus den Wert von 0,6 auf 0,44 Prozent (gesamt: 15,04 Prozent). Bei der BKK Freudenberg fällt der Rückgang mit 0,2 Punkte auf künftig 15,3 Prozent etwas kräftiger aus.

Die AOK Rheinland-Hamburg (drei Millionen Versicherte) hat für 2019 eine Kappung ihres Obolus um 0,3 Punkte auf 1,1 Prozent angekündigt. Bei der AOK Bremen (250.000 Versicherte) steht eine Senkung um 0,1 Punkte auf 15,3 Prozent im Raum.

In den kommenden Tagen werden viele weitere Kassen ihre Zusatzbeiträge für 2019 bekannt geben. (fst)

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