Ärzte Zeitung online, 28.11.2014

Pille danach

Weihbischof fordert verantwortungsvollen Umgang

KÖLN/HAMBURG. Zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der "Pille danach" hat der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke aufgerufen. Die Pille soll nach einer Entscheidung des EU-Arzneimittelausschusses bald europaweit rezeptfrei erhältlich sein.

"Sicherlich ist es wichtig, dass es diese Pille gibt, wenn sie Empfängnis verhütet und dazu beitragen kann, (...) dass eine ungewollte Schwangerschaft nicht eintritt, aber es braucht den verantwortungsvollen Umgang damit", sagte Jaschke heute im Deutschlandfunk. "Es ist nicht einfach eine Aspirinpille oder ein Schnupfenmittel oder irgendetwas anderes."

Der Weihbischof im Erzbistum Hamburg sprach sich gegen die rezeptfreie Abgabe aus. Bislang habe die Kirche die "Pille danach" sehr kritisch gesehen, weil das Mittel eine abtreibende Wirkung gehabt habe. Die neue Pille verhindere aber die Empfängnis und habe damit eine andere Qualität.

Die Nebenwirkungen könne man jedoch schlecht abschätzen. "Ich denke, man muss wirklich aufpassen, dass eine Liberalisierung da nicht Tür und Tor öffnet", mahnte der Weihbischof. (dpa)

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[29.11.2014, 01:19:59]
Dr. Claus Kühnert 
Pille danach
Wann begreifen die kirchlichen Würdenträger endlich, dass wir in einem Land leben, das sich ursprünglich zu den Prinzipien des Laizismus bekannt hat? - zu gut deutsch: strikte Trennung zwischen Kirche und Staat. Die Kirche läßt sich doch auch nicht "von Laien" in ihren Kram hineinreden.
Die gleiche Nachdenkenshilfe benötigen offensichtlich schon seit langer Zeit auch viele Politiker insbesondere von den sog. christlichen Parteien.
Männer konnten sich ja bislang auch nicht selbst schwängern. Diese Erfahrung haben doch manche brave Männer der Kirche gemacht. Also übt Euch in Demut.
MfG dokuet zum Beitrag »

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