Ärzte Zeitung, 03.07.2015

Werksärzte

Fastengebot im Ramadan ist nicht absolut

KARLSRUHE. Das Muslimen auferlegte Fastengebot im Ramadan ist nicht absolut, sondern mit Risiken für Gesundheit und Leben abzuwägen.

Darauf verweist der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Dr. Wolfgang Panter angesichts der gegenwärtigen Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad.

Bis zum 16. Juli dauert der Ramadan, der es grundsätzlich verbietet, von Sonnenaufgang bis zum -untergang Flüssigkeiten zu sich zu nehmen.

Dieses Verbot habe dann zurückzutreten, wenn Gesundheit oder Leben gefährdet seien. Ausnahmen gälten insbesondere bei Krankheit, Medikamenteneinnahme, Menstruation, Schwangerschaft und für Frauen nach der Geburt sowie stillende Mütter.

Personen, deren gesundheitliche Situation sich voraussichtlich nicht bessern wird, sollten für jeden im Ramadan versäumten Fastentag einen Bedürftigen mit Speisen versorgen.

Andere Personen, deren Gesundheit sich bessern werde, könnten den Fastentag nachholen. Betriebsärzte sollten dies mit muslimischen Mitarbeitern besprechen. (HL)

Lesen Sie dazu auch:
Für Ärzte und Patienten: Die Krux mit dem Ramadan

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Liposuktion und NIPT werden Kassenleistungen

Der GBA hat am Donnerstag in seiner Sitzung beschlossen, Liposuktion bei Lipödem des Stadiums 3 zulasten der Kassen zuzulassen. Gleiches gilt für die nichtinvasive Pränataldiagnostik – unter einer Vorraussetzung. mehr »

Erhöhte Gefahr durch Hantaviren

In Deutschland häufen sich Erkrankungen durch Hantaviren. Erstmals seit langem besteht sogar der Verdacht auf einen Todesfall. Das Robert Koch-Institut warnt. mehr »

Ärztliche Widersprüchlichkeit beim Thema Datensicherheit

Ob die Digitalisierung des Gesundheitswesens gelingt, hängt maßgeblich von den Fähigkeiten aller Akteure ab, die Datensicherheit zu gewährleisten. Doch daran hakt es, wie der Skandal um ungeschützte Radiologie-Daten beweist. mehr »