Ärzte Zeitung, 16.05.2013
 

 Organspende

Initiative für mehr Kontrolle?

BERLIN. Medizinische Richtlinien zur Organentnahme könnten schon bald einer noch stärkeren Kontrolle unterliegen. Darauf zielt ein Vorschlag aus dem Bundesgesundheitsministerium, der auf fraktionsübergreifende Gespräche in den vergangenen Wochen zurückgeht. Ob er tatsächlich die Zustimmung aller Fraktionen findet, wird sich an diesem Freitag entscheiden.

Hintergrund der Initiative ist, nach den Skandalen um Organspenden das Vertrauen in die Transplantationszentren zurückzugewinnen, um die stark zurückgegangene Bereitschaft zur Organspende wieder zu erhöhen.

"Aus unserer Sicht sollte noch vor der Sommerpause gesetzlich geregelt werden, dass die Richtlinien der Bundesärztekammer zur Definition des Hirntods und zur Warteliste stärker staatlich kontrolliert werden, indem sie vom Bundesministerium zu genehmigen sind. Das wäre ein wichtiges Zeichen", hieß es aus Koalitionskreisen.

Mit der Novelle des Transplantationsgesetzes wurden im vergangenen Jahr schon die Weichen für verbesserte Regelungen gestellt, etwa für mehr Prüfrechte der Kontrollkommission und mehr staatliche Einflussnahme auf die Deutsche Stiftung Organtransplantation.

Wartelisten-Manipulationen haben die Bereitschaft zur Organspende in Deutschland einbrechen lassen: Im gesamten Jahr 2012 um 12,8 Prozent, im ersten Quartal 2013 um 18 Prozent - auf nur noch 230 Organspender. (dpa)

Topics
Schlagworte
Organspende (879)
Organisationen
Bundesärztekammer (3998)
DSO (342)
Krankheiten
Transplantation (2213)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Überlebensvorteil bei Übergewicht nur ein Trugschluss?

Übergewicht ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor, doch wer schon eine entsprechende Erkrankung hat, lebt länger. Stimmt dieses "Adipositas-Paradox" vielleicht gar nicht? mehr »

Digitalisierung – Ärzte zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Viele Ärzte im Krankenhaus verbinden mit der Digitalisierung die Hoffnung auf Arbeitserleichterungen. Zugleich beklagen sie mangelhafte Vorbereitung und Umsetzung, so eine Umfrage. mehr »

Oh, Britannia! Was hat der "Brexismus" aus dir gemacht?

Von wegen Tea Time, Queen und Linksverkehr: Nicht nur der Blick der Briten auf die EU hat sich geändert. Umgekehrt blicken auch Menschen weit außerhalb Europas inzwischen mit Unverständnis auf die Insel. mehr »