Ärzte Zeitung, 25.04.2008

"Pflege-TÜV" für mehr Qualität in Heimen verlangt

Umfrage unter 1100 Bürgern

BERLIN (hom). Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger verlangt strengere Qualitätskontrollen in Pflegeheimen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag des privaten Heimbetreibers Marseille-Kliniken hervor.

Für die Studie wurden 1100 Personen, darunter vor allem Bürger mit einem Pflegefall im näheren Verwandtenkreis, befragt. 90 Prozent sind der Ansicht, dass die Heime häufiger überprüft werden müssen, um die Pflege zu verbessern. 85 Prozent sprechen sich für strengere Kriterien bei den Qualitätsprüfungen aus.

Nahezu alle Befragten (99 Prozent) sehen in gut ausgebildeten Pflegekräften, einer ganzheitlichen Betreuung der Heimbewohner und einer guten medizinischen Versorgung die entscheidenden Kriterien für eine gute Pflege. Hintergrund der Studie sind anhaltende Schlagzeilen über Pflegemissstände in deutschen Heimen. 78 Prozent der Befragten sind der Ansicht, die personelle Unterbesetzung sei der Hauptgrund für die Mängel.

Marseille-Vorstandschef Axel Hölzer leitete indessen aus der Umfrage die Forderung nach einem bundeseinheitlichen "TÜV für die Pflege" ab. Eine kontinuierliche und verlässliche Kontrolle der Pflegeheime könne allerdings nicht allein über die Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) gewährleistet werden.

Die Marseille-Kliniken AG betreibt bundesweit 56 Pflegeheime.

Topics
Schlagworte
Pflege (4801)
Organisationen
Marseille-Kliniken (18)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »