Ärzte Zeitung, 18.12.2008
 

Jeder zweite Hochbetagte braucht Pflege

Knapp 2,3 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland / Frauen häufiger betroffen als Männer

WIESBADEN (hom). Der demografische Wandel hinterlässt Spuren: So ist die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Das geht aus der jetzt vorgelegten "Pflegestatistik 2007" hervor.

Klare Tendenz: Menschen mit niedriger Pflegestufe werden in der Regel in den eigenen vier Wänden betreut.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden waren in Deutschland im Dezember 2007 knapp 2,3 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Das waren rund 118 000 oder 5,6 Prozent mehr als im Jahr 2005. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen waren Frauen.

Das Risiko, auf Pflege durch Angehörige oder Profis angewiesen zu sein, steigt laut Pflegestatistik mit zunehmenden Alter deutlich an.

Während bei den 70- bis unter 75-Jährigen "nur" jeder zwanzigste pflegebedürftig war, wurde für die ab 90-Jährigen die höchste Pflegequote ermittelt: Der Anteil der Pflegebedürftigen an allen Menschen dieser Altersgruppe betrug 62 Prozent. Im Hinblick auf die Pflegestufen verzeichneten die Statistiker vor allem einen Anstieg bei den Pflegebedürftigen der Pflegestufe I (plus 8,2 Prozent).

Rund 1,54 Millionen Pflegebedürftige wurden zu Hause versorgt, die meisten von ihnen von Angehörigen. Rund 710 000 Menschen wurden in Heimen gepflegt und betreut.

Insgesamt wurden 2007 bundesweit rund 22 500 zugelassene Pflegeeinrichtungen gezählt. In den 11 500 ambulanten Pflegediensten waren zu diesem Zeitpunkt 236 000, in den 11 000 stationären und teilstationären Pflegeheimen rund 400 000 Menschen beschäftigt. Damit ist der Pflegesektor weiterhin ein kraftvoller Jobmotor.

Das Gleiche gilt für die Gesundheitsbranche insgesamt: So waren 2007 rund 4,4 Millionen Menschen im Gesundheitswesen beschäftigt - rund 63 000 mehr als im Vorjahr 2006. Der starke Beschäftigungszuwachs in der Branche ging vor allem auf zusätzliche Stellen in den Kranken- und Altenpflegeberufen zurück, teilte Destatis mit.

www.destatis.de

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