Ärzte Zeitung, 10.03.2009

Pflegestützpunkte entpuppen sich als gefragte Anlaufstelle

Befragung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe / Mehrheit der Ratsuchenden hat keine Pflegestufe / Mobile Stützpunkte in NRW geplant

KÖLN (iss). Das Angebot der Pflegestützpunkte kommt bei den Nutzern offensichtlich gut an. 74 Prozent der Rat- und Hilfesuchenden sind mit den Leistungen der Anlaufstellen sehr zufrieden, fast alle würden wieder einen Pflegestützpunkt aufsuchen.

Das hat eine Befragung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) gezeigt. Das KDA hatte im Oktober und November vergangenen Jahres eine anonyme Befragung in den 16 Pilotpflegestützpunkten vorgenommen. An ihr beteiligten sich 344 Nutzer.

Die Befragung habe gezeigt, dass die Pflegestützpunkte gebraucht werden, sagte KDA-Geschäftsführer Dr. Peter Michell-Auli. "Es ist erfreulich, dass die Nutzer ihren gesetzlichen Anspruch auf umfassende Beratung damit auch wahrnehmen." Nach seinen Angaben interessieren sich viele für vorpflegerische Themen wie Unterstützung im Haushalt oder Wohnberatung. "Die Deutlichkeit, in der diese Bereiche nachgefragt werden, hat uns überrascht", sagte er. Pflegestützpunkte könnten eine besondere Rolle bei der Prävention spielen.

Dieser Eindruck wird durch eine Evaluation der Dokumentationssysteme in den Pflegestützpunkten durch das KDA bestätigt. Bei insgesamt 2100 Betroffenen, bei denen Angaben zur Pflegestufe erfasst worden waren, hatten 54,14 Prozent noch keine Pflegestufe. Die Evaluation habe zum Teil erhebliche Unterschiede ergeben, so Michell-Auli.

Das zeige den großen Bedarf an qualitätssichernden Maßnahmen. "Das KDA wird ein Pflichtenheft erstellen, was die Anforderungen an eine gute und solide Dokumentation sind", kündigt er an. In Nordrhein-Westfalen haben Landesgesundheitsministerium, Pflegekassen und die kommunalen Spitzenverbände inzwischen eine Vereinbarung über die Errichtung von Pflegestützpunkten unterzeichnet. Danach sollen in jedem Stützpunkt Mitarbeiter von Kassen und Kommunen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Es sei wichtig, dass die verschiedenen Beratungs- und Unterstützungsangebote verbunden werden, und die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen nicht mehr "von Pontius zu Pilatus" laufen müssen, sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Auch mobile Pflegestützpunkte sollen erprobt werden.

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