Ärzte Zeitung, 09.09.2009

Experte sieht Home Care als Markt der Zukunft

HAMBURG (di). Neue Wohnformen im Alter sind nach Ansicht von Experten ein Zukunftsmarkt. Krankenkassen haben das Feld erst spät entdeckt.

Deutschland sollte nach Ansicht von Professor Rolf Heinze neue Wohnformen für Senioren als "Leitmarkt" entdecken und entsprechend fördern. Denn mit Innovationen rund um das Thema lassen sich nach Ansicht des Soziologen von der Bochumer Ruhr-Universität viele ältere Menschen länger ambulant betreuen.

Der von Heinze auf dem jüngsten Gesundheitswirtschaftskongress in Hamburg als "Home Care" bezeichnete Bereich könnte sich in wenigen Jahren zu einem stark nachgefragten Gesundheitszweig entwickeln. Voraussetzung dafür: Die Krankenkassen müssten entsprechende Modelle unterstützen, da derzeit die Bereitschaft, dies privat zu bezahlen, gering ist. Home Care erfordert laut Heinze, dass die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und sozialen Diensten verbessert wird. Dort sieht er derzeit noch eine "Kluft".

Auch eine noch zu beobachtende Skepsis gegen Telemedizin müsse überwunden werden, forderte er. Für größere Akzeptanz von telemedizinischen Überwachungsgeräten sind laut Heinze Zuverlässigkeit, Sicherheit, einfachere Handhabung und ein flexibler Einsatz der Geräte erforderlich. Um Home Care auf breiter Front durchzusetzen, sollten sich nach seiner Ansicht Anbieter aus dem Gesundheitswesen und der Wohnungswirtschaft auf gemeinsame Modelle verständigen. Dafür bestehe aber Zeitdruck, denn die finanziellen Mittel der gegenwärtigen Generation von Rentnern werden künftig nicht mehr zur Verfügung stehen.

Topics
Schlagworte
Pflege (4961)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

38 Prozent mehr psychische Diagnosen bei jungen Erwachsenen

Immer mehr junge Erwachsene leiden unter psychischen Erkrankungen. Allein die Diagnose Depressionen hat um 76 Prozent seit 2005 zugenommen, so der Arztreport 2018. mehr »

Vorhofflimmern schlägt aufs Hirn

Nicht nur ein Risikofaktor für Schlaganfall: Vorhofflimmern ist auch für das Gehirn gefährlich. Angststörungen und kognitive Einschränkungen sind Nebenwirkungen, so eine Studie. mehr »

Gericht urteilt über Diesel-Fahrverbote

Müssen Städte die Feinstaub-Notbremse ziehen und Diesel-Fahrzeuge aus den Innenstädten verbannen? Bejaht das Bundesverwaltungsgericht dies, könnte auch die Gesundheitswirtschaft in die Bredouille kommen. mehr »