Ärzte Zeitung, 08.12.2009

Kommentar

Zwei Wege zur Pflegevorsorge

Von Thomas Hommel

Neben dem Umbau der GKV liegt eine weitere Großbaustelle vor der Bundesregierung: die soziale Pflegeversicherung. Bis 2050 wird die Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen von heute etwa 2,1 Millionen auf über vier Millionen steigen. All diese Menschen haben Anspruch auf Pflegeleistungen. Doch wie sollen die anfallenden Kosten aufgefangen werden?

Im bisherigen Umlageverfahren allein wird das nicht gelingen - es sei denn, die Politik entscheidet sich für einen deutlich höheren Beitragssatz als den jetzigen. Das jedoch kollidiert mit dem Bestreben, die Lohnnebenkosten unter oder zumindest bei 40 Prozent zu halten. An ergänzender Kapitaldeckung geht daher kein Weg vorbei.

Freilich: Mit der Entscheidung für den Kapitalstock wird zunächst einmal nur die Entscheidung getroffen, die Finanzlast aus der Zukunft in die Gegenwart vorzuziehen. Nicht mehr und nicht weniger. Entscheidender und schwieriger dürfte die Frage sein: Wie zieht die Koalition den Kapitalstock in die Pflegeversicherung ein?

Hilfreich könnte dabei der Vorschlag sein, die Kapitaldeckung an die Kinderzahl zu koppeln. Das wäre nur konsequent, denn es geht hier um Vorsorge. Vorsorgen für den Fall von Pflegebedürftigkeit kann, wer Kinder in die Welt setzt oder wer Kapital anhäuft.

Lesen Sie dazu auch:
Pflegefall Deutschland braucht Kind oder Geld

Topics
Schlagworte
Pflege (5321)
Personen
Thomas Hommel (396)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »

Vorsicht vor E-Mail-Anhängen und Links!

Die meisten Cyber-Angriffe laufen über das elektronische Postfach - daher ist ein gesundes Misstrauen bei jeder E-Mail wichtig, betont Sven Weizenegger. Der Profi-Hacker gibt im Interview Tipps, worauf zu achten ist. mehr »