Ärzte Zeitung, 08.12.2010

Minister Rösler läutet "Pflege-Jahr 2011" ein

Erst Versorgungs-, dann Finanzierungsreform

BERLIN (hom). Mit einem Bündel von Maßnahmen will Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) die Pflegeversorgung in Deutschland verbessern.

Minister Rösler läutet "Pflege-Jahr 2011" ein

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler.

© dpa

Vorrangig sei die Beseitigung des Fachkräftemangels, sagte Rösler nach Abschluss des ersten Pflegedialogs mit Pflegeverbänden, Pflegekassen sowie Ländern und Kommunen. Mit der Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte allein sei das Problem nicht zu lösen. Gerade in der Pflege spielten gemeinsame Sprache und Kultur eine nicht unwesentliche Rolle, so Rösler. Daher gelte es, den Pflegeberuf für junge Menschen in Deutschland attraktiver zu gestalten. Dazu gehöre auch, die in drei Ausbildungsgänge zersplitterte Pflegeausbildung in einem gemeinsamen Berufsbild zusammenzuführen. Zudem müssten Pflegekräfte von Bürokratie entlastet und bei seelischen Problemen im Berufsalltag durch "Supervision" unterstützt werden. Mit Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) habe er bereits darüber gesprochen, wie ein auslaufendes Programm zur Umschulung Arbeitsloser und Pflegehelfer hin zu Pflegekräften weitergeführt werden könne, sagte Rösler.

Der Pflegedialog wird in den nächsten Monaten fortgesetzt. Erörtert werden sollen dann die Themenblöcke "Entbürokratisierung", "Demenz" und "Pflege durch Angehörige". Über die künftige Finanzierung der Pflege werde "erst am Ende" gesprochen, so Rösler.

Der Deutsche Pflegerat nannte den Pflegedialog einen "Meilenstein". SPD und Grüne riefen Rösler auf, es nicht bei "warmen" und "belanglosen Worten" zu belassen.

Lesen Sie dazu auch:
Pflegeverbände fordern von Rösler "nach der Visite auch Therapie der Probleme"

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Nicht jeder ist für Pflege qualifiziert

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »